Es ist keine zwei Jahre her, dass die Videospiel-Verfilmung „Five Nights at Freddy‘s“ mit liebevoll gestalteten Animatronics aus Jim Hensons Creator Shop-Schmiede für stimmungsvollen Grusel in einer Pizzeria gesorgt hat. Blumhouse lässt sich nach dem Erfolg (300 Millionen Dollar Einspielergebnis) natürlich nicht lumpen – und legt jetzt mit FIVE NIGHTS AT FREDDY‘S 2 nach.
Die albtraumhaften Ereignisse, die sich in Freddy Fazbear’s Pizzeria vor anderthalb Jahren zugetragen haben, sind zu einem lokalen Mythos verklärt worden – ein Mythos, der so populär ist, dass die Stadt nun sogar das erste „Fazfest“ abhalten will. Das ruft auch die durch ihre Internet-Reportagen bekannte paranormale Ermittlerin Lisa (Mckenna Grace) auf den Plan, die mit ihrem Kamerateam im Schlepptau im Freddy‘s drehen möchte. Der Wachmann (der später noch an Bedeutung gewinnen wird) führt sie durch die Räumlichkeiten, die mehr Gruselattraktionen aufzubieten haben als die Filiale von Freddy‘s, die wir aus dem ersten Teil kennen.
Der ehemalige Wachmann Mike (Josh Hutcherson) kümmert sich währenddessen um seine elfjährige Schwester Abby (Piper Rubio), die ihre Freunde Freddy, Bonnie, Chica und Foxy sehr vermisst. Denn die Animatronics hat sie wirklich ins Herz geschlossen. Mike verspricht ihr zwar, dass er sie repariert. Doch eigentlich verschweigt er Abby nur die Wahrheit über das Schicksal ihrer Freunde. Die Polizistin Vanessa (Elizabeth Lail), Tochter des geheimnisvollen Pizzeria- und Animatronics-Schöpfers William Afton (Matthew Lillard), baut einerseits eine Art von Beziehung zu Mike auf, muss sich aber auch den Albträumen stellen, in denen immer wieder ihr Vater auftaucht.
Die ehemals schüchterne Abby hat mittlerweile auch im echten Leben Freunde gefunden. Sie beschäftigt sich an ihrer Schule mit Robotik und möchte an einem Wissenschaftswettbewerb teilnehmen. Ihr Lehrer Mr. Berg (gespielt von Comedy-Legende Wayne Knight) schikaniert sie aber nur. Abby radelt also nachts ins Freddy‘s und holt sich Hilfe bei ihren Animatronics-Freunden. Mr. Berg lässt aber ihre Robotik-Schöpfung absichtlich fallen. Es gibt also nur noch eine Möglichkeit, den Robotik-Wettbewerb zu gewinnen: Chica aus dem Freddy‘s soll ihr Projekt sein. Doch dank Vanessa können die Animatronics die Pizzeria nicht verlassen. Also muss Abby erst den Code knacken, der dies erlaubt.
Wir merken schon: Die Geschichte ist diesmal umfangreicher und hat vermeintlich mehr Spannung. Die Schreckmomente sind zwar etwas intensiver, trotzdem bietet FIVE NIGHTS AT FREDDY‘S 2 eher kindgerechten Grusel als richtige Horrorkost. Aber: Der 80er-Jahre-Vibe ist charmant und die Animatronics überzeugen. Zudem gibt es nicht nur die Prototypen zu sehen, die Amok laufen, sondern auch neue Schöpfungen. Vanessa und Mike versuchen wieder, das Schlimmste zu verhindern. Vanessa wird von den Prototypen bei einer halsbrecherischen Autofahrt arg zugesetzt, während Mike im Freddy‘s nach einer Lösung sucht, um die Animatronics auszutricksen und auszuschalten.
Nicht nur Chica, sondern auch Freddy, Bonnie und Foxy sind nun auf freiem Fuß. Und auf dem „Fazfest“ können sie zunächst super untertauchen, da die Jugendlichen dort in Verkleidung herumlaufen. Der Gewinn des Kostümwettbewerbs scheint da nur noch Formsache zu sein. Chica nimmt sich derweil Mr. Berg vor (Wayne Knight darf hier sein Comedy-Talent zeigen). Das Drehbuch hat wieder Scott Cawthon geschrieben (basierend auf der von ihm geschaffenen Videospiel-Reihe). Mckenna Grace und auch Piper Rubio sind große Fans des Videospiel-Franchises und Cawthon hält sich eng an seine Vorlagen. Teil zwei erweitert die Welt und schafft neue Schauwerte. Außerdem enthält FIVE NIGHTS AT FREDDY‘S 2 zahlreiche Easter Eggs aus den Originalspielen, die die Fans überall in den Kulissen entdecken können.
Regie führt erneut Emma Tammi – und erschafft hier ein wirklich charmant gestaltetes Universum, das aber leider keine echten Schockmomente aufbietet. Immerhin gibt es ein Wiedersehen mit den alten „Scream“-Haudegen Matthew Lillard (der sichtlich Spaß am Bösen hat) und Skeet Ulrich als Vater eines kleinen Mädchens, das Opfer der Marionette geworden ist (eine neue Figur, die wir in der Eingangssequenz kennen lernen). Das Schauspielensemble um Josh Hutcherson (bekannt vor allem aus der „Die Tribute von Panem“-Reihe) und Elizabeth Lail („Once Upon a Time – Es war einmal …) spielt wirklich solide, aber FIVE NIGHTS AT FREDDY‘S 2 packt leider nicht, bleibt zu zu harmlos. „Schneller, weiter, mehr“ bürgt also nicht immer für mehr Qualität. Schade!
Five Nights at Freddy's 2 (USA 2025)
104 cMinuten
Horror
Emma Tammi
Scott Cawson, basierend auf der von ihm geschaffenen gleichnamigen Videospiel-Reihe
Lyn Moncrief
Josh Hutcherson, Elizabeth Lail, Piper Rubio, Matthew Lillard, Mckenna Grace, Skeet Ulrich, Freddy Carter, Wayne Knight, David Andrew Calvillo, Megan Fox, Theodus Crane, Teo Briones, Toby Nichols, Miriam Spumpkin, Audrey Lynn Marie
Universal Pictures International Germany GmbH