Exodus / Pitbull

Kinostart: 18.11.2021

ab16 OT: Exodus / Pitbull (Polen 2021)
Länge: 112 Minuten
Genre: Krimi / Action
Regie: Patryk Vega
Drehbuch: Patryk Vega
Darsteller: Andrzej Grabowski, Przemysław Bluszcz, Jan Błachowicz, Tomasz Dedek, Sebastian Dela, Jan Hrynkiewicz, Justyna Karłowska, Michał Karmowski, Julia Michalewska, Aneta Zając
Verleih: Kinostar Filmverleih GmbH

Für diese Art Filme wurde in Deutschland vor Jahrzehnten ein passender Begriff erfunden: „Bahnhofskino“! Kaum Handlung, aber viel Action: Es gibt Zuschauer, die das mögen. Und es gibt Regisseure, die daran Spaß haben. Zu ihnen gehört der Pole Patryk Vega. Vor einigen Monaten lief sein Entführungs-Thriller „Small World“ bei uns in den Kinos, den mein Kollege Michael Spangenberg ziemlich wohlwollend besprach. So freundlich bin ich nicht: Vegas neuer Film EXODUS – PITBULL ist eine cineastische Katastrophe! 

Immerhin wartet der Regisseur mit einer überraschenden Pointe auf: Er hat den Action-Krimi in zwei Versionen gedreht – Einstellung für Einstellung: auf Polnisch (für den heimischen Markt) und auf Englisch, um ihn im Ausland zeigen zu können. Die englischsprachige Version heißt EXODUS – und genau die habe ich gesehen (ohne Untertitel). Wie alle meine Kollegen kämpfte ich bei der Pressevorführung mit der Sprache: Das Englisch der polnischen Schauspieler ist fast nicht zu verstehen.

Bei der konfusen Handlung wird nur wenig klar: Ein selbstherrlicher Verbrecher sonnt sich in seinem Ruhm, der beste Bombenleger Polens zu sein. Polizeichef Gebels von der Mordkommission kann ihm trotz Dutzender Anschläge und mehr als 100 Entführungen nichts nachweisen. Jahre später kommt Gebels’ Sohn Jarek, ein Informatik-Student, auf die verwegene Idee, mit seinen Kumpels in die Villen der Reichen einzubrechen. Dummerweise gehört eines der Häuser dem Bombenleger. Gebels muss jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um das Leben seines Sohnes zu retten. Dann greift zu allem Überfluss auch noch die russische Mafia ein.

An diesem Film stimmt nichts! Die (mir) unbekannten Schauspieler agieren sichtlich gehemmt, weil sie ständig mit der ihnen fremden Sprache kämpfen müssen. Patryk Vega, diese Idee ging nach hinten los. Die unzähligen Action-Szenen sind routiniert, aber wenig inspiriert inszeniert. Der Rest ist gähnende Langeweile. Das war nix!

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Filmplakat

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