Eternity

04.12.2025

A24 ist mittlerweile zum Markenzeichen für Produktionen abseits vom Mainstream-Einerlei mit besonderen Erzählformen geworden. Und nun ist es soweit: A24 hat auch in Deutschland einen eigenen Verleih gegründet – und bringt mit der charmanten Afterlife-Rom-Com ETERNITY nun den ersten Film selbst in die Kinos.

Wir lernen Joan (Betty Buckley) und Larry Cutler (Barry Primus) als altes Ehepaar kennen, das sich im Auto kabbelt. Kurze Zeit später isst Larry seine geliebten Brezeln im Kreise der Familie – und erstickt daran! Das letzte, was er vor seinem Tod sieht: Ein Foto von Joans erstem Ehemann Luke (Callum Turner), der nicht aus dem Krieg zurück kam. Larry (jetzt: Miles Teller) wacht auf, er befindet sich im Warteraum zum Jenseits, der wie ein wuseliger Bahnhof anmutet. Fragen werden ihm zunächst nicht beantwortet, er soll auf die zuständige Mitarbeiterin warten, die ihn betreut. Seine Jenseits-Koordinatorin Anna (Da’Vine Joy Randolph) bringt ihn auf sein Zimmer und eröffnet ihm, dass er eine Woche Zeit hat, sich seine Ewigkeit auszusuchen. Auf einer Art Messe werden diese zur Schau gestellt.

Die Neuankömmlinge in dieser Vorstufe zur Ewigkeit befinden sich in der Gestalt des Alters, in dem sie zu Lebzeiten am glücklichsten waren. Gerade erst lief bei uns die deutsche Komödie „Zweigstelle“ in den Kinos, die vor allem die Bürokratie nach dem Tode thematisierte. In ETERNITY geht es etwas ungezwungener zu: Das Zimmer ist komfortabel und eine noble Bar gibt es auch. Joan ist schwer krank, es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis auch sie stirbt. Larry möchte auf sie warten, um mit ihr gemeinsam die Ewigkeit zu verbringen. Doch just als Joan (Elizabeth Olsen) mit dem Zug im Jenseits ankommt, stürmt der Barkeeper vom vorigen Abend auf sie zu. Es ist Luke, ihr erster Mann. Der hat Jahrzehnte auf sie gewartet!

Joan befindet sich fortan in einem Dilemma: Entscheidet sie sich für eine Ewigkeit mit Larry, mit dem sie eine Familie gegründet hat und mit dem sie zusammen alt geworden ist? Oder möchte sie mit ihrer Jugendliebe Luke eine gemeinsame Ewigkeit auswählen? Beide versuchen zumindest auf ihre Art, Joan wieder für sich zu gewinnen. Und die Entscheidungsträger im Jenseits erteilen auf Grund der besonderen Umstände sogar eine Sondergenehmigung: Joan darf eine Probe-Ewigkeit mit Luke in einer alpinen Berghütten-Idylle verbringen, dann eine weitere mit Larry am Strand.

In einem Museum kann Joan zudem die schönsten Momente mit Larry und Luke nochmal als Theaterstück vor Pappmaché-Kulissen erleben. Das macht ihr die Entscheidungsfindung allerdings nicht leichter. Als sie dann auch noch eine alte Freundin im Jenseits trifft, realisiert sie, dass sie ihre Ewigkeit auch alleine verbringen kann. Wie wird sich Joan entscheiden? Und bekommen wir auch einen Blick hinter die Kulissen der Ewigkeits-Messe? Nur soviel: Gegen Ende wird es durchaus rasanter, und eine Abzweigung, die ETERNITY da geht, erinnert an „Being John Malkovich“ von Spike Jonze.

Jenseits-Komödien sind beileibe nichts Neues in Hollywood („Ein himmlischer Sünder“ von Ernst Lubitsch, „Der Himmel soll warten“ von Warren Beatty und Buck Henry, „Rendezvous im Jenseits“ von Albert Brooks), aber Regisseur David Freyne („Dating Amber“), der gemeinsam mit Pat Cunnane auch das Drehbuch schrieb, liefert mit ETERNITY eine schräg-amüsante Variante, die mit ihrem nostalgischen Flair an die großen romantischen Komödien der 1950er-Jahre erinnert. Außerdem harmoniert das Liebesdreieck Elizabeth Olsen („The Assessment“ „WandaVision“), Miles Teller („Whiplash“, „War Dogs“) und der britische Durchstarter Callum Turner (der 35-Jährige ist laut Insidern Denis Villeneuves Favorit als neuer James Bond) prächtig auf der Leinwand.

Trailer

ab12

Originaltitel

Eternity (USA 2025)

Länge

114 Minuten

Genre

Komödie / Romanze

Regie

David Freyne

Drehbuch

Pat Cunnane, David Freyne

Kamera / Bildgestaltung

Ruairi O'Brien

Darsteller

Miles Teller, Elizabeth Olson, Callum Turner, Da'Vine Joy Randolph, John Early

Verleih

A24

Filmwebsite

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