Ein Sommer in Italien

WM 1990

19.03.2026

Im Sommer 1990 gewinnt die deutsche Nationalelf in Italien unter Teamchef Franz Beckenbauer die Fußballweltmeisterschaft und setzt damit dem ganzen Land ein Denkmal. In der Doku EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 geht es aber nicht nur um Fußball, sondern vielmehr um Freundschaft, Loyalität und Hoffnung in einem gerade neu vereinten Deutschland.

Die Dokumentarfilmerin und -produzentin Vanessa Goll („Schumacher“, Folgen der Reihe „Länder – Menschen – Abenteuer“ für die ARD) hatte damals einen Crush auf Andreas „Andi“ Brehme und ihr Vater war großer Fan von Franz Beckenbauer. Dies äußerte sie anlässlich einer Preview in den Zeise Kinos in Hamburg, wo auch Weltmeister Thomas „Icke“ Häßler anwesend war. Goll hatte also durchaus persönliche Gründe für das Projekt EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990. Die Inspiration kam allerdings von dem zur EM 2024 erschienenen SPIEGEL-Bestseller „Wir Helden von Rom“ des Sportjournalisten Nils Suling, der für sein Buch mit allen 22 Spielern gesprochen hatte. Suling ist hier auch als Co-Autor eingebunden.

EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 erzählt die legendäre Geschichte 35 Jahre später noch einmal – für alle, die damals mitgefiebert haben und für die nachfolgenden Generationen. Mit neuen, intimen Einblicken von den Spielern selbst, nie gesehenen Privat-Aufnahmen und Schätzen aus den Archiven der FIFA. Manchmal körnig, auch mal wackelig, aber vor allem ganz nah dran und immer authentisch. Im Allerheiligsten, der Kabine, hinter den Türen des WM-Quartiers in Erba am Comer See, im Mannschaftsbus, bei gemeinsamen Ausflügen. Und natürlich auch bei der ausschweifenden Siegesfeier in Rom.

Wo wart ihr im Sommer 1990 als Deutschland zum dritten Mal Fußballweltmeister wurde? Kurz nach dem Mauerfall sind zumindest viele Ostdeutsche nach Mailand gereist, um Teamchef Franz Beckenbauer und seine Mannschaft zu unterstützen. Die haben ihre Freiheit in vollen Zügen genossen und die WM mit einem Zelturlaub verbunden. Fußball-Ikonen wie Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler oder Klaus Augenthaler sind damals weit über sich hinaus gewachsen. Und wir dürfen heute mit ihnen in der Doku EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 hinter die Kulissen blicken.

Beckenbauer hat in der Villa am Comer See (heute das Hotel Castello di Casiglio in Erba), die als Mannschaftsquartier diente, alles akribisch vorbereitet: In seinem „Turmzimmer“, von dem aus er alles überblicken konnte, sichtete der „Kaiser“ unzählige VHS-Kassetten, um seine Jungs perfekt aufs nächste Spiel einstellen zu können. Die Mannschaft genoss unterdessen heute nicht mehr vorstellbare Freiheiten. „Weltfußballer“ Matthäus, der damals in Diensten von Inter Mailand stand, heizte mit einem Sportboot über den Comer See. Andere, wie Rudi Völler, spielten lieber Karten am Pool. Und Feiern mit Alkohol war ausdrücklich erlaubt! Pierre Littbarski hat sogar bei den täglichen Presseterminen die Seiten gewechselt – und die Sportreporter interviewt. Wirklich witzig! Und als DJ hat sich „Litti“ auch betätigt: „So You Win Again“ von Hot Chocolate lief in Dauerschleife.

EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 konzentriert sich auf den Mikrokosmos im Team und spielt ausschließlich in Italien – zwischen Mailand, Turin, Rom und dem Comer See. Keine vollumfängliche Berichterstattung über die WM, mehr die Nacherzählung einer Klassenfahrt an einen italienischen See, mit Eiscreme, Spaghetti, Bootfahren und gemütlichen Kartenspiel-Nachmittagen am Pool. Alles erzählt von den Spielern selbst. Völlig egal, ob Ersatz- oder Stammspieler.

Die Produzent:innen Benjamin Seikel und Vanessa Goll über ihren Film

Und weiter:

Der Dokumentarfilm EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 soll keine Sport-Doku sein. Der Film erzählt von Werten wie Freundschaft, Zusammenhalt und Loyalität, von einem positiven Lebensgefühl und von Hoffnung – etwas, das wir heute dringend brauchen. Es geht um die wunderbaren, warmen und verrückten Geschichten, die sich abseits des Platzes abgespielt haben. Und es geht um die deutsche Nationalmannschaft, die als erstes Team Ost- und Westdeutschland repräsentiert hat. Ein Film, der auch als emotionaler Nachruf auf seine bereits verstorbenen Protagonisten, Franz Beckenbauer, Frank Mill und Andreas Brehme verstanden werden kann.

Doch dürfen in EIN SOMMER IN ITALIEN – WM 1990 natürlich die großen Fußballmomente nicht fehlen: Die Spuck-Attacke des Niederländers Frank Rijkaard gegen Rudi Völler, die Art und Weise wie Diego Maradona von „Tausendfüßler“ Guido Buchwald im Endspiel gegen Argentinien komplett ausgeschaltet wurde – und natürlich der eiskalt verwandelte Elfmeter von Andreas „Andi“ Brehme im WM-Finale! Brehme, der in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar 2024 im Alter von 63 Jahren nach einem Herzstillstand starb, konnte sowohl links als auch rechts schießen. Und er zeigte keine Nerven, blieb stets ruhig. Der perfekte Elfmeterschütze. Er hat die Mannschaft zum WM-Titel geschossen und in den Interviews am Comer See seine damaligen Mitspieler zu Tränen gerührt. Vanessa Goll ist mit ihrer Co-Regisseurin Nadja Kölling (beide auch Drehbuch) eine wirklich emotionale Dokumentation des Heldensommers 1990 gelungen!

Trailer

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Originaltitel

Ein Sommer in Italien – WM 1990 (Deutschland 2026)

Länge

97 Minuten

Genre

Dokumentation

Regie

Vanessa Goll, Nadja Kölling

Drehbuch

Vanessa Goll, Nadja Kölling, Nils Suling

Kamera / Bildgestaltung

Nicolai Mehring, BVK

Darsteller

Protagonisten: Klaus Augenthaler, Sepp Maier, Raimond Aumann, Lothar Matthäus, Uwe Bein, Andreas Möller, Guido Buchwald, Holger Osieck, Thomas Häßler, Hans Pflügler, Bodo Illgner, Stefan Reuter, Jürgen Klinsmann, Karl-Heinz Riedle, Andreas Köpke, Paul Steiner, Pierre Littbarski, Rudi Völler

Verleih

Tobis Film GmbH & Co. KG

Filmwebsite

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