Ein Date für Mad Mary

Kinostart: 14.12.2017

ab6 OT: A Date for Mad Mary (Irland 2017)
Länge: 82 Minuten
Genre: Drama
Regie: Darren Thornton
Drehbuch: Colin Thornton, Darren Thornton, basierend auf dem Theaterstück "10 Dates with Mad Mary" von Yasmine Akram
Darsteller: Seána Kerslake, Tara Lee, Charleigh Bailey, Denise McCormack, Barbara Brennan, Siobhan Shanahan, Susie Power
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Mary McArdle (Seána Kerslake), die wegen ihres ungestümen Temperaments von allen nur Mad Mary genannt wird, kommt nach einer 6-monatigen Gefängnisstrafe zurück in ihre Heimatstadt Drogheda, einem Vorort von Dublin. Warum sie einsaß, will sie so schnell wie möglich vergessen. In der Zwischenzeit hat sich ihre beste Freundin Charlene (Charleigh Bailey) verlobt, und Mary soll die Trauzeugin sein. Als Charlene ihr erklärt, dass sie Mary nur alleine einlädt, weil sie sowieso kein Date für die Hochzeit finden würde, ist Mary wild entschlossen ihr das Gegenteil beweisen. Doch all ihre Versuche enden in einem Desaster. Mary fühlt sich einsamer als zuvor. Bis sie die Fotografin Jess (Tara Lee) kennenlernt, die Charlene für die Hochzeit engagiert hat…  

Kritik

Wieder einmal kommt aus Irland ein kleines Meisterwerk zu uns in die Kinos: EIN DATE FÜR MAD MARY ist vermutlich einer der schönsten Filme, die es in diesem Jahr in unsere Lichtspielhäuser geschafft haben. 

Dass Tara Lee eine ausgezeichnete Schauspielerin ist, durfte ich bereits im vergangenen Jahr beim Edinburgh International Film Festival feststellen. Dort lief ihr Film MOON DOGS, in dem sie sich mit zwei Brüdern auf einen Roadtrip von den schottischen Shetland Inseln nach Glasgow macht. Kein Wunder also, dass ich auf EIN DATE FÜR MAD MARY extrem gespannt war – und siehe da, plötzlich kommt da auf den letzten Metern ein Film daher, der alles mitbringt, um es noch in meine Top Ten der besten Filme des Jahres schaffen zu können. 

Die wahre Überraschung des Films ist aber Seána Kerslake, die hier eine unfassbare Performance an den Tag legt. Ihre Darstellung changiert so perfekt zwischen unkontrollierbaren Wutausbrüchen und innerer Selbstreflexion, das man gar nicht umhin kommt, ihr immer weiter folgen zu wollen. Sie ist laut und aufbrausend, wenn sie sich nicht unter Kontrolle hat, aber unglaublich liebenswürdig in ihren ruhigen Momenten. Dadurch gibt Kerslake ihrer Figur eine Tiefe, wie man sie nur selten im Kino zu sehen bekommt. Zudem klebt die Kamera förmlich an ihr und lässt sie zu keinem Zeitpunkt aus den Augen. Als Zuschauer werden wir – gerade durch die vielen Nahaufnahmen – so Zeugen jeglicher Regungen in ihrem Gesicht. 

Doch EIN DATE FÜR MAD MARY kann noch viel mehr, denn Regisseur Darren Thornton verzichtet bewusst auf sämtliche Klischees und so folgt der Film nicht dem üblichen Schema einer Person, die erkennen muss, dass sich alle um sie herum verändern, nur sie selbst nicht. Nein, Thornton geht andere Wege und wenn am Ende so etwas wie Funken Hoffnung aufblitzt, verabschiedet er sich von seiner Protagonistin, denn er weiß genauso wie wir, dass sie ihren Weg finden wird. 

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Filmplakat

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