Edinburgh International Film Festival 2015 – Day 5

Kaum zu glauben, dass bereits Samstag ist und schon fünf Tage des Edinburgh International Film Festivals vorüber sind. Die heutige Filmauswahl ist dann auch sehr eingeschränkt, nicht weil es keine guten Filmen gibt – ganz im Gegenteil – sondern weil der heutige Tag mit insgesamt fünf Interviews gefüllt ist. Okay, eigentlich sind es nur drei, denn zu INDEX ZERO, einem meiner Favoriten des Festivals, habe ich den Regisseur Lorenzo Sportiello, sowie die beiden Darsteller Ana Ularu und Simon Merrels getroffen. Selten habe ich solch herzensgute (Film-) Menschen getroffen, die mit so viel Liebe hinter ihrem Projekt stehen. Zudem habe ich mit Ingo Haeb über seinen Film DAS ZIMMERMÄDCHEN LYNN und mit dem Drehbuchautoren Shahin Chandrasoma über UNCANNY. Alle Interviews werden allerdings erst nach dem Festival erscheinen, denn dazu fehlt hier vor lauter Filmen einfach die Zeit. Doch kommen wir zu den heutigen drei Filmen, die ich trotzdem noch sichten konnte.

Beyond-the-LightsBeyond the Lights

USA 2013, 116 Minuten, Regie: Gina Prince-Bythewood, mit Gugu Mbatha-Raw, Minnie Driver, Nate Parker, Danny Glover, Machine Gun Kelly, Jordan Belfi, Hayley Marie Norman, Jesse Woodrow

Noni (Gugu Mbatha-Raw) ist eine aufstrebende Sängerin, die von ihrer zielstrebigen Mutter (Minnie Driver) gemanagt wird. Sie fühlt sich von der schillernden Musikindustrie ausgenutzt und findet Trost in den Armen eines Polizisten (Nate Parker), der sie vor einem Sprung vom Hotelbalkon gerettet hat. BEYOND THE LIGHTS ist zwar eine altmodische Liebesgeschichte, die mit typischen Versatzstücken spielt, aber zum Glück bedeutet das nicht, dass auch der Film selbst altmodisch ist. Gerade Gugu Mbatha-Raw, die man zuletzt in DIDO ELIZABETH BELLE sehen konnte, ist eine wahre Offenbahrung für den Film, denn sie sorgt mit ihrer Darstellung dafür, dass sich der Zuschauer in ihrer Welt verliert und gemeinsam mit ihr die schönen Dinge, aber auch die Schattenseiten der Musikindustrie durchlebt. (3,5/5)

Diary-of-a-Teenage-Girl

The Diary of a Teenage Girl

USA 2015, 102 Minuten, Regie: Marielle Heller, mit Bel Powley, Alexander Skarsgård, Kristen Wiig

Im San Francisco der 1970er Jahre kann es die frühreife, junge Cartoonistin Minnie (Bel Powley) gar nicht erwarten, erwachsen zu werden. Die lockere und grenzenlose Einstellung ihrer Mutter (Kristen Wiig) führt dazu, dass die Fünfzehnjährige ihren Nervenkitzel in allerlei Erwachsenenkram sucht. So beginnt sie eine Affäre mit Monroe (Alexandfer Skarsgård), dem Freund ihrer Mutter. Trotz des Altersunterschiedes von fast zwei Jahrzehnten behält sie in der Beziehung zu jeder Zeit die Kontrolle. Das ist dann auch das Besondere an diesem wunderbaren Film. Die Newcomerin Bel Powley legt in THE DIARY OF A TEENAGE GIRL eine eindrucksvolle Performance vor, die zu überzeugen weiss. Man könnte dem Film vorwerfen, dass er den Sex mit Minderjährigen propagiert, aber das wäre eine vorschnelle Verurteilung. Schließlich ist hier alles ein wenig anders, als in anderen, vergleichbaren Filmen. Und genau das macht diesen Film so besonders. (4/5)

Maggie

Maggie

USA 2915, 95 Minuten, Regie: Henry Hobson, mit Arnold Schwarzenegger, Abigail Breslin, Joely Richardson

Arnold Schwarzenegger spielt einen Farmer im mittleren Westen, der entschlossen seine Tochter Maggie (Abigail Breslin) nach Hause bringt, nachdem sie von kannibalistischen Zombies infiziert wurde. Während die Krankheit fortschreitet, bleibt ihr Vater an ihrer Seite und hält sowohl die Polizei und das Militär, als auch andere Zombies von ihr fern. Doch im Lichte der Verwandlung ist eine Endlösung unumgänglich. Regisseur Henry Hobson kombiniert mit MAGGIE das Zombiegenre mit einem Arthousefilm. Das ist zuerst einmal lobenswert und auch die Performance von Arnold Schwarzenegger ist schlichtweg beeindruckend (wer hätte geglaubt, dass man das jemals sagen würde). Trotzdem kann der Film nicht hundertprozentig überzeugen, da die Geschichte ein paar inhaltliche Löcher aufweist, die man nur schwer von der Hand weisen kann. Am Ende des Tages bleibt aber zumindest ein solider Film übrig, den man sich allein schon deshalb ansehen sollte, um Schwarzeneggers Leistung zu honorieren. (3/5)

 

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