Nach sechs Staffeln der Fernsehserie „Downton Abbey“ (2010-2015) und den beiden Spielfilmen „Downton Abbey“ (2019) und „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ (2022) soll jetzt der Kinofilm DOWNTON ABBEY: DAS GROßE FINALE von Simon Curtis den krönenden Abschluss der Geschichte über eine englische Adelsfamilie und deren Angestellten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bilden. Doch dem Langzeitprojekt geht langsam die Luft aus.
Am Ende von „Eine neue Ära“ starb die Grande Dame der Familie, Violet Crawley (Maggie Smith), vor einem Jahr im richtigen Leben auch Maggie Smith selbst. Der Geist dieser großen alten Dame des britischen Kinos durchweht den ganzen Film. Jetzt denkt auch Robert Crawley (Hugh Bonneville), als Lord Grantham Oberhaupt des schlossähnlichen Anwesens Downton Abbey, an Abschied.
1930: Gemeinsam mit seiner Frau Cora (Elizabeth McGovern) besucht der Lord im Londoner Westend eine Theateraufführung. Dabei treffen sie auf den gefeierten Starautor Noël Coward (Arty Froushan), den Schauspieler Guy Dexter (Dominic West) und dessen Lover Thomas Barrow (Rob James-Collier), einen ehemaligen Butler auf Downton Abbey. Beide hatten sich bei Filmdreharbeiten auf dem Anwesen kennengelernt, zu sehen in „Downton Abbey II: Eine neue Ära“.
Als Robert und Cora mit ihrer Tochter Mary Crawley (Michelle Dockery) bei einer Londoner Abendgesellschaft auftauchen, müssen sie erleben, wie die frisch geschiedene Mary des Hauses verwiesen wird. Eine Scheidung ist für den englischen Adel immer noch ein No-Go. (Inzwischen hat sogar das britische Königshaus diese Art der Trennung akzeptieren müssen.)
Auf Downton Abbey taucht Coras hochverschuldeter Bruder Harold Levinson (Paul Giamatti) mit seinem Finanzberater Gus Sambrook (Alessandro Nivola) aus den USA kommend auf und bittet seine Schwester um Geld, derweil sich Mary mit Gus vergnügt. Als der sie zu erpressen versucht, entlarvt sie ihn als Betrüger, der auch Harald hereingelegt hatte.
Um Marys guten Ruf wieder herzustellen und den Landadel zu besänftigen, werden Noël Coward und seine schwule Entourage nach Downton Abbey eingeladen. Ein voller Erfolg! Am Ende überträgt Lord Grantham seiner Tochter Mary die Verantwortung für das Anwesen und zieht mit seiner Frau in das nahegelegene Dower House, einst der Sitz von Violet Crawley. Und auch der altgediente Butler Charles Carson (Jim Carter) nimmt seinen Abschied und geht in Rente.
Das ist alles sehr liebevoll und opulent inszeniert. Regisseur Simon Curtis und Drehbuchautor Julian Fellowes haben sich alle erdenkliche Mühe gegeben, die „schöne alte Zeit“ wieder aufleben zu lassen. Und auch das wie immer exzellente Darstellerensemble weiß sich zu präsentieren. Doch die Story ist diesmal allzu blutarm geraten. Diesen Abschied hätten wir uns alle etwas glamouröser gewünscht.
Downton Abbey: The Grand Finale (Großbritannien 2025)
125 Minuten
Drama / Historie
Simon Curtis
Julian Fellows
Ben Smithard
Hugh Bonneville, Laura Carmichael, Jim Carter, Raquel Cassidy, Brendan Coyle, Michelle Dockery, Kevin Doyle, Michael Fox, Joanne Froggatt, Paul Giamatti, Harry Hadden-Paton, Robert James-Collier, Allen Leech, Phyllis Logan, Elizabeth McGovern, Sophie McShera, Lesley Nicol, Penelope Wilton
Universal Pictures International Germany GmbH