Alle Jahre wieder kehren die Schlümpfe zurück auf die große Leinwand – dieses Mal mit dem wohl einfallslosesten Titel: DIE SCHLÜMPFE: DER GROSSE KINOFILM…
Jeder Schlumpf hat eine Aufgabe: Schlaubi ist, nun ja, schlau, Torty backt die besten Kuchen, Fauly hat das Nichtstun perfektioniert, Hefty ist verdammt stark, Beauty ist unendlich selbstverliebt, Clumsy stolpert unentwegt, und Papa Schlumpf sorgt dafür, dass alles seine Ordnung hat. Doch ein Schlumpf kann seine Bestimmung partout nicht finden: No Name. „Keine Sorge, Du wirst das schon noch herausfinden“, versucht ihn Papa Schlumpf aufzumuntern.
Doch dann wird Papa Schlumpf plötzlich entführt, und unter den Schlümpfen bricht die Panik aus. „Findet Ken“ ist alles, was der Anführer seinen Schlümpfen noch mitteilen kann. Fortan nimmt Schlumpfine die Sache in die Hand und startet eine Suchaktion. Steckt womöglich der böse Zauberer Gargamel wieder einmal dahinter? Doch zuerst einmal müssen sich die kleinen blauen Wesen in der echten Welt beweisen. Und wer war noch gleich dieser Ken?
Die Schlümpfe haben bereits eine lange Vergangenheit: 1958 vom belgischen Autor und Zeichner Peyo erfunden, tauchten sie zuerst als Nebenfiguren in der Comic-Reihe „Johann & Pfiffikus“ auf. Lediglich ein Jahr später erschienen dann eigenständige Comics. Zwischen 1981 und 1989 wurden in den USA ingesamt 272 Episoden einer TV-Serie produziert, und 2011 und 2013 brachte Sony zwei äußerst erfolgreiche Kinofilme heraus, die auf die gelungene Mischung aus Realfilm und Computeranimation setzten. 2017 folgte der Reboot als reiner Animationsfilm, doch so wirklich konnte „Die Schlümpfe: Das verlorene Dorf“ seinerzeit nicht überzeugen. Jetzt versucht sich Paramount an dem Thema, macht aber in Deutschland aus dem Originaltitel „Smurfs“ ein seelenloses DIE SCHLÜMPFE: DER GROSSE KINOFILM. Ironischerweise landet der Film hierzulande dann doch wieder bei Sony, die erst vor kurzem den Vertrieb für Paramount übernommen haben, nachdem der Verleih seine deutsche Dependance komplett geschlossen hat.
In Bezug auf die Animation kann DIE SCHLÜMPFE: DER GROSSE KINOFILM durchaus überzeugen. Das sieht tatsächlich alles ziemlich klasse aus. Die Geschichte hingegen ist wieder einmal dieselbe: Die Schlümpfe müssen ihr kleines Dorf verlassen und in die echte Welt fliehen, um einen ihrer Mitschlümpfe zu befreien. So weit, so langweilig.
Leider vertrauen Regisseur Chris Miller und Drehbuchautorin Pam Brady der guten alten Geschichte um die kleinen blauen Wesen nicht wirklich. So erfinden sie um die Schlümpfe herum noch eine größere Geschichte über vier Zauberbücher, von denen eines seit Ewigkeiten bei den Schlümpfen versteckt wird. Doch anstatt dieses tiefer zu thematisieren, wird lediglich erwähnt, dass es böse enden wird, sollten die Zauberer wieder an dieses Buch gelangen. Bei einem Aufsatz in der Schule hätte man dazu nur gesagt: „Setzen. Sechs. Thema verfehlt“.
Während der Film noch ganz klassisch beginnt, übernimmt irgendwann die Hektik das Ruder, und man wird als Zuschauer durch wilde Paralleluniversen getrieben. Dabei wechselt der Animationsstil ständig: Knetfiguren, 8-Bit-Computergrafik, japanischer Manga (deutsch untertitelt!) oder archaischer Zeichentrick. Es wirkt fast so, als ob man sich auch mit den Schlümpfen unbedingt an die wild geschnittenen Kinder-Serien im heutigen TV angleichen möchte. Dabei waren die Schlümpfe doch immer so etwas wie der Ruhepol der Animation.
Erstaunlicherweise haben die Kinder in unserer Pressevorführung immer dann laut gelacht, wenn es mit klassischem Humor lustige Szenen auf der Leinwand zu sehen gab. Außerdem bringt DIE SCHLÜMPFE: DER GROSSE KINOFILM auch noch eine tolle Botschaft mit: Sei einfach Du selbst! Vielleicht sollte man sich dann bei der nächsten Verfilmung in ein paar Jahren – die mit Sicherheit kommen wird – einfach mal auf genau diese Dinge konzentrieren…
Smurfs (USA 2025)
90 Minutes
Animation / Komödie / Familie
Chris Miller
Pam Brady
Rihanna, James Corden, Nick Offerman, JP Karliak, Daniel Levy, Amy Sedaris, Natasha Lyonne, Sandra Oh, Octavia Spencer, Nick Kroll, Hannah Waddingham, Alex Winter, Maya Erskine, Billie Lourd, Xolo Maridueña, Kurt Russell, John Goodman
Uwe Ochsenknecht, Álvaro Soler, Rick Kavanian, Patricia Meeden
Paramount Pictures Germany GmbH