Die kanadische Reise

Kinostart: 14.12.2017

ab6 OT: Le fils de Jean (Frankreich 2016)
Länge: 98 Minuten
Genre: Drama
Regie: Philippe Lioret
Drehbuch: Philippe Lioret, nach einem Roman von Jean-Paul Dubois
Darsteller: Pierre Deladonchamps, Gabriel Arcand, Catherine de Léan, Marie-Thérèse Fortin, Pierre-Yves Cardinal
Verleih: temperclayfilm

Der 33-jährigen Mathieu (Pierre Deladonchamps) hat seinen leiblichen Vater nie kennengelernt. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen. Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte. In Montreal erwarten ihn zwei ahnungslose Halbbrüder. Pierre (Gabriel Arcand), Überbringer der Todesnachricht und Freund des Verstorbenen, will die Existenz eines weiteren Sohnes geheim halten, so dass ein Versteckspiel beginnt. Getarnt als Freund Pierres ergründet Mathieu seine Wurzeln und deckt dabei verborgene Familiengeheimnisse auf. 

Kritik

Relativ nüchtern, aber dafür sehr emotional erzählt DIE KANADISCHE REISE die Suche eines Mannes nach seiner Herkunft. 

Bereits 2006 zeigte Regisseur und Drehbuchautor Philippe Lioret, dass er ein Händchen für extrem gut beobachtete Figuren besitzt. In KEINE SORGE, MIR GEHT’S GUT (Je vais bien, ne t’en fais pas) zeigte er ein junges Mädchen, das am Verlust ihres Bruder beinahe zu zerbrechen drohte und wozu Menschen imstande sind, um anderen ihr Leid zu lindern. In DIE KANADISCHE REISE geht Lioret jetzt einen ähnlichen Weg, denn seine Hauptfigur Mathieu ist schon immer auf der Suche nach seiner Herkunft gewesen. Während seine Mutter ihm immer weismachen wollte, er wäre das Ergebnis einer kurzen, unbedeutenden Nacht, genügt ihm diese Antwort nie. Kein Wunder also, dass ihn die Nachricht, sein leiblicher Vater sei verstorben, sofort dazu veranlasst, nach von Paris nach Kanada zu reisen. Schließlich erhofft er sich dort die Antworten auf die Fragen, die er sich sein Leben lang gestellt hat. 

Dem Zuschauer wird recht schnell klar, dass es hier noch ein Geheimnis gibt, das es zu offenbaren gilt. Und auch wenn der erste Eindruck nicht trübt, so ist der Weg dorthin das eigentliche Ziel. Genau das macht diesen wunderbaren Film aus, denn er verzichtet gänzlich auf die üblichen Höhepunkte oder auf unausweichliche Katastrophen – man könnte behaupten, er plätschere einfach so dahin. Auch wenn das im ersten Moment negativ klingt, ist es in diesem Fall ein wunderbarer Kniff des Drehbuchs, denn so können wir uns als Zuschauer noch mehr in die Gefühlswelt des Protagonisten hineinversetzen, der sich von neu gewonnenen Erkenntnissen treiben lässt. Dadurch erkennt er, was im Leben wichtig ist und das Verbitterung niemandem wirklich hilft. Besonders das Ende hebt sich wohlwollend von anderen Filmen ähnlicher Machart ab, denn es lässt dem Zuschauer sehr viel Freiraum zur Interpretation – aber auch die Gewissheit, dass sich alles im Leben fügen wird. Wenn man es nur zulässt. 

Bildergalerie

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 14.12.2017

Ein Date für Mad Mary

Mary McArdle (Seána Kerslake), die wegen ihres ungestümen Temperaments von allen nur Mad Mary genannt wird, kommt nach einer 6-monatigen Gefängnisstrafe zurück in ihre Heimatstadt Drogheda, einem Vorort von Dublin. Warum sie einsaß, will sie so schnell wie möglich vergessen. In der Zwischenzeit hat sich ihre beste Freundin Charlene (Charleigh Bailey) verlobt, und Mary soll Weiterlesen

Star Wars – Die letzten Jedi

Als Rey (Daisy Ridley) Luke Skywalker (Mark Hamill) in seiner gewählten Einöde aufsucht und ihn bittet, ihre Jedi-Ausbildung zu übernehmen, weigert sich dieser zunächst. Zu groß ist seine Angst vor der ungeheuren Macht der dunklen Seite. Währenddessen wird die Neue Republik von General Leia (Carrie Fisher) immer wieder von Supreme Leader Snoke (Andy Serkis) und Weiterlesen

Ferdinand – Geht STIERisch ab!

Nachdem man Ferdinand, einen riesigen Stier mit einem ganz großen Herzen irrtümlich für ein wildes Tier hält, wird er gefangen genommen und von zuhause weggeschafft. Fest entschlossen zu seiner Familie zurückzukehren, trommelt er ein Team von Außenseitern für das ultimative Abenteuer zusammen. 

Lieber leben

Benjamin (Pablo Pauly) hat haufenweise Pläne und einen großen Sinn für Humor. Auch Farid (Soufiane Guerrab) hatte einiges vor, bevor er vor Jahren durch einen Unfall im Rollstuhl landete. Die beiden treffen sich in einem Reha-Zentrum, in das auch Benjamin verlegt wird, nachdem er sich einen Halswirbel gebrochen hat. Er wird lebenslang behindert sein, heißt Weiterlesen