Die Gesandte des Papstes

Cabrini

11.09.2025

Es überrascht nicht, dass die erzkonservativen Angel Studios, die das Christentum in der Welt des Kinos heimisch machen wollen, das Historiendrama DIE GESANDTE DES PAPSTES von Regisseur Alejandro Monteverde produziert haben. Im Zentrum dieses Biopics steht die italienische Heilige und Ordensgründerin Francesca Cabrini (1850-1917), die in die USA emigrierte und dort eine Infrastruktur mit Hilfsangeboten für verarmte und verwaiste Kinder aufbaute.

Als junge Frau leitet Francesca Cabrini (Cristiana Dell’Anna) in ihrer Heimat Lombardei ein Pensionat für Kinder und gründet den Orden der „Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen“. Geldsorgen und viel Mut bringen sie dazu, zu Papst Leo XIII. (Giancarlo Giannini) nach Rom zu reisen. Gleichzeitig will sie das katholische Oberhaupt bitten, sie als Missionarin nach China zu schicken. Doch Leo hat andere Pläne mit ihr.

Und so landet Francesca 1889 als päpstliche Gesandte in New York – einer Stadt, die von Einwanderung, Elend und Hoffnung geprägt ist -, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Das Waisenhaus, das sie betreuen soll, liegt im ärmsten Bezirk der Metropole, den berüchtigten „Five Corners“. Sie trifft auf ein System aus Gleichgültigkeit, Vorurteilen und männlich dominierten Machtstrukturen. Sie holt Prostituierte von der Straße, unterstützt verzweifelte Immigranten – und legt sich ständig mit Michael Augustine Corrigan (David Morse) an, dem reaktionären Erzbischof von New York.

Auch der sture Bürgermeister Gould (John Lithgow) ist ihr keine Hilfe. Immerhin schafft sie es, dass der berühmte Operntenor DiSalvo (Rolando Villazón spielt hier quasi sich selbst) nach langem Zögern ein Benefizkonzert gibt. Und in Vittoria (Romana Maggiora Vergano) findet Francesca eine wahre Freundin. Am Ende hat sich die Ordensfrau gegen alle Widerstände durchgesetzt und ein riesiges soziales Netzwerk aufgebaut. 1938 wurde sie seliggesprochen und 1946 durch Pius XII. kanonisiert. Dadurch wurde sie die erste Amerikanerin, die heiliggesprochen wurde.

Der mexikanische Regisseur Alejandro Monteverde hat diese Geschichte aufwändig und gefühlvoll in Szene gesetzt. Erlesene Tableaus und starke Charaktere machen aus diesen stolzen 148 (!) Minuten trotz mancher Durchhänger unterhaltsames Kino. Ansatz und Intention mögen bieder sein – doch mit viel Routine umschifft der Regisseur (fast) alle Gefahren. Was bleibt, ist Geschichts- und Religionsunterricht in bewegten Bildern.

Trailer

ab12

Originaltitel

Cabrini (USA 2024)

Länge

148 Minuten

Genre

Biographie / Drama

Regie

Alejandro Monteverde

Drehbuch

Rod Barr, Alejandro Monteverde

Kamera / Bildgestaltung

Gorka Gómez Andreu

Darsteller

Cristiana Dell'Anna, John Lithgow, David Morse

Verleih

24 Bilder Film GmbH

Filmwebsite

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