Das Leben der Wünsche

13.11.2025

Ist es wirklich die Erfüllung, wenn plötzlich alle Wünsche in Erfüllung gehen? Dieser Frage geht der Autor und Regisseur Erik Schmitt in seinem Film DAS LEBEN DER WÜNSCHE nach…

Für Felix Niemann (Matthias Schweighöfer) läuft das Leben gerade nicht wirklich rund. Seine Frau Bianca (Luise Heyer) will sich von ihm trennen, seine Kinder entfernen sich immer mehr von ihm, und seine Haare werden schütter. Als er auch noch seinen Job verliert, manövriert er sich immer weiter an den Abgrund. Doch dann trifft er eines Abends auf einen mysteriösen Fremden (Henry Hübchen), der ihm drei Wünsche anbietet. Felix zögert nicht lange, schließlich scheint dies für ihn der letzte Ausweg zu sein, seine Familie, seinen Job und vor allem den Sinn im Leben zurück zu gewinnen. Allerdings hält sich Felix für besonders clever und bittet darum, dass zukünftig all seine Wünsche in Erfüllung gehen mögen. Zuerst einmal scheint das Ganze auch zu fruchten: die Liebe kehrt zurück, seine Haare wachsen wieder, und auch sein Chef möchte ihn wieder zurück – allerdings kommen irgendwann auch seine verborgensten Wünsche ans Licht, Wird es ihm noch rechtzeitig gelingen, aus dem Strudel seiner dunkelsten Begierden zu entkommen?

In seinem letzten Film „Cleo“ hatte sich Autor und Regisseur Erik Schmitt 2019 noch aus der großen Kiste des magischen Realismus bedient und eine bezaubernde Marleen Lohse auf Schatzsuche durch Berlin geführt. in DAS LEBEN DER WÜNSCHE taucht er nun in eine graue und leblos wirkende Welt ein, in der alle Hoffnung verloren scheint. Klar unterstreicht er damit die Hoffnungslosigkeit seiner Hauptfigur, die von Matthias Schweighöfer wie immer solide auf die Leinwand gebracht wird, es finden sich aber wenige bis gar keine Silberstreifen am Horizont, die einen Ausweg andeuten. Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass mich der Beginn des Films ein wenig enttäuscht hat. Waren vielleicht meine Erwartungen einfach zu hoch? Oder war „Cleo“ einfach zu gut und es ein Fehler, DAS LEBEN DER WÜNSCHE daran zu messen?

Doch irgendwann fängt sich der Film wieder und lässt Erinnerungen an die Verspieltheit von Schmitts letztem Films aufkommen. So beginnt Felix in einer Szene, vollkommen versunken in die Musik eines Konzerts, plötzlich an zu schweben, und man wähnt sich auf dem richtigen Weg. Aber selbst wenn sich die Wogen zu glätten scheinen, bleibt der Film in seinem blassen Farbschema gefangen, fast so, als würde ihm der Regisseur partout kein Happy End wünschen.

Matthias Schweighöfer, der den Film mit der von ihm gegründeten Produktionsfirma Pantaleon Films hergestellt hat, zeigt jedoch in DAS LEBEN DER WÜNSCHE endlich einmal wieder seine uneitle Seite und grenzt sich damit von seinem ewigen Sunnyboy-Image ab. Seine aktuelle Partnerin Ruby O. Fee, die im Film zu Beginn seinen Job erbt und die toughe Businesslady spielt, ist leider nicht mehr als das Abziehbild einer generischen Figur und enttäuscht damit auf ganzer Linie.

Vielleicht liegt es daran, dass Erik Schmitt dieses Mal die Geschichte nicht selbst geschrieben hat, sondern mit Friedemann Karig ein Drehbuch verfasst hat, das auf dem Roman „Das Leben der Wünsche“ von Thomas Glavinic basiert. Ich hoffe jedoch, dass sich Schmitt beim nächsten Film wieder auf seine Werte besinnt und zu alter Stärke zurück findet.

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Das Leben der Wünsche (Deutschland 2025)

Länge

96 Minuten

Genre

Drama / Fantasy

Regie

Erik Schmitt

Drehbuch

Erik Schmitt, Friedemann Karig, basierend auf dem Roman „Das Leben der Wünsche“ von Thomas Glavinic

Kamera / Bildgestaltung

Johannes Louis

Darsteller

Matthias Schweighöfer, Luise Heyer, Verena Altenberger, Benno Fürmann, Ruby O. Fee, Henry Hübchen, Roman Kanonik, Jan Krauter, Luise Landau, Anton Landau, Amira Ghazalla, Prince Kuhlmann, Die Huepsche, Tom Böttcher, Folke Renken

Verleih

Port au Prince Pictures GmbH

Filmwebsite

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