Immer noch ist „Der Schuh des Manitu“ der erfolgreichste deutschsprachige Film. Fast ein Vierteljahrhundert später legen Michael „Bully“ Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian nun den Nachfolger DAS KANU DES MANITU vor – doch funktioniert diese Art von Humor heute noch?
Sie kämpfen immer noch unermüdlich für Frieden und Gerechtigkeit: Abahachi, der Häuptling der Apachen (Michael „Bully“ Herbig), und sein weißer Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz). Doch eine neue, aufstrebende Bande unter der Leitung vom „Boss“ (Jessica Schwarz) lockt sie in eine Falle. Ihr Ziel: das sagenumwobene KANU DES MANITU. Zum Glück eilt den Blutsbrüdern ihr treuer Begleiter Dimitri (Rick Kavanian) zur Hilfe, obwohl der eigentlich gerade erst dabei war, eine neue Zweigstelle seiner Taverne zu eröffnen. Mit Unterstützung seiner neuen Fachkraft Mary (Jasmin Schwiers) gelingt es ihm, die beiden aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Doch das war erst der Anfang eines viel größeren Plans…
24 Jahre hat es tatsächlich kein anderer deutschsprachiger Film geschafft, etwa 11,7 Millionen Besucher in die Kinos zu locken. Eigentlich hätte es da schon längst eine Fortsetzung geben müssen. Doch das Team rund um die „Bullyparade“ entschloss sich danach erst einmal für „(T)Raumschiff Surprise“, „Lissi und der wilde Kaiser“ und „Bullyparade – Der Film“. In den Medien begannen bereits vor dem Kinostart von DAS KANU DES MANITU die Diskussionen, ob man denn einen solchen Humor, der nahezu ausschließlich auf Stereotypen setzt, heute noch bringen kann – natürlich ohne den neuen Film überhaupt gesehen zu haben, denn der Presse wurde DAS KANU DES MANITU erst am Tag vor Kinostart gezeigt. Die Antwort darauf seitens unserer Redaktion lautet: Jein.
Überraschenderweise ist es Michael „Bully“ Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian tatsächlich gelungen, eine Handlung zusammen zu zimmern, die sich nicht wie eine verlängerte Folge der Bullyparade anfühlt, die sich von Sketch zu Sketch hangelt. Zwar gibt es auch bei DAS KANU DES MANITU etliche flache Gags, aber zum Glück haben wir halt auch nicht alle dasselbe Verständnis von Humor. In der Tat gibt es aber so gut wie keine Gags, bei denen man sich fremdschämen müsste nach dem Motto „Das kannste doch heute nicht mehr bringen“. Und das ohne dass sich die drei Macher der heute so hochbeschworenen „Wokeness“ unterworfen haben. Nein, keinesfalls, sie haben offenbar erkannt, dass man mit gewissen Gags Minderheiten beleidigt – und das ist auch gut so. Nicht die Gags, sondern selbstverständlich die Erkenntnis.
DAS KANU DES MANITU profitiert außerdem von der kurzen Lauflänge von gerade mal 88 Minuten. Das zusätzliche Ensemble mit Jasmin Schwiers, Jessica Schwarz, Friedrich Mücke, Daniel Zillmann u.v.m. hat sichtlich Spaß beim Dreh gehabt. Ob es einen lustigen Song von Stefan Raab gebraucht hätte, sei einmal dahingestellt. Wer aber den Humor des Originals mochte, der dürfte auch hier seine Freude haben. Und der Erfolg von „Die nackte Kanone“ hat ja bewiesen, dass alter Humor mitunter doch noch seine Fans findet. Insofern dürften Herbig, Tramitz und Kavanian dieses Mal mit der Gesamtsituation zufrieden sein.
Das Kanu des Manitu (Deutschland 2025)
88 Minuten
Komödie
Michael Bully Herbig
Michael Bully Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian
Armin Golisano
Michael Bully Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian, Jasmin Schwiers, Jessica Schwarz, Friedrich Mücke, Daniel Zillmann, Tobias van Dieken, Pit Bukowski, Akeem van Flodrop, Tutty Tran, Merlin Sandmeyer, Sky du Mont
Constantin Film Verleih GmbH