Capernaum – Stadt der Hoffnung

Kinostart: 17.01.2019

ab12 OT: Capharnaüm (Libanon 2018)
Länge: 126 Minuten
Genre: Drama
Regie: Nadine Labaki
Drehbuch: Nadine Labaki, Jihad Hojeily, Michelle Kesrouani
Darsteller: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure Bankole, Kawthar Al Haddad
Verleih: Alamode Filmdistribution OHG

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste. Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt. 

Kritik

Mit CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG legt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und und gibt denjenigen eine Stimme, die meist im Schatten leben…

Der Begriff CAPERNAUM ist biblischen Ursprungs und beschreibt ein Fischerdorf am Nordufer des Sees Genezareth, dem Wohn- und Wirkungsort von Jesus. Hergeleitet wurde er von der Menschenansammlung vor Jesus‘ Haus, aber es bedeutet besonders im Arabischen und Französischen auch so viel wie „ungeordnete Ansammlung von Objekten“ oder „Chaos“. Für Labaki war das die Inspiration für ihren Film. 

In CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG zeigt sie uns genau so einen Ort und erzählt von den Menschen, die von einem besseren Leben träumen, aber dazu in unserer Welt überhaupt keine Chance haben. Sie müssen im Schatten leben, haben meist keine Ausweispapiere oder Arbeitsmöglichkeiten und müssen von dem Leben, was wir wegschmeißen. Dabei ist ihr Film aber keinesfalls hoffnungslos oder depressiv, denn Labaki gelingt es, unsere Augen ein klein wenig zu öffnen und appelliert an unsere Menschlichkeit. 

CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG ist ein Film, der lange im Gedächtnis bleibt und der auf ganzer Linie überzeugen kann. Ein wahres und berührendes Meisterwerk, das es verdient, gesehen zu werden. 

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Filmplakat

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