Calle Málaga

Ein Zuhause in Tanger

26.03.2026

Die in Tanger geborene Filmemacherin Maryam Touzani liefert nach dem großen internationalen Erfolg von „Das Blau des Kaftans“ mit CALLE MÁLAGA – EIN ZUHAUSE IN TANGER eine persönlich geprägte Geschichte um eine alte Frau, die tief im spanischen Viertel von Tanger verwurzelt ist – und von der legendären Almodóvar-Mimin Carmen Maura kongenial verkörpert wird!

Dreh- und Angelpunkt in CALLE MÁLAGA – EIN ZUHAUSE IN TANGER ist die alte Dame María Ángeles (Carmen Maura), 79, die im spanischen Viertel von Tanger jede Ecke kennt und hier fest verankert ist. Ihre Wohnung in der Calle Málaga ist voller Erinnerungen, Blumen und antiker Schätze. Vom Balkon aus beobachtet sie das bunte Treiben der Stadt – ruhig, zufrieden, in ihrer eigenen Welt. Aber ihre Tochter Clara (Marta Etura) will nun die Wohnung verkaufen, da sie das Geld auf dem spanischen Festland zum Überleben braucht. Marías Welt gerät ins Wanken.

Eigentlich soll María ins Seniorenheim ziehen, doch da hält sie es nicht lange aus. Clara hat einen Makler beauftragt, der die Wohnung veräußern soll. María büxt also aus und verschafft sich Zutritt zu ihrer Wohnung, deren Möbel mittlerweile veräußert wurden. Sie erwischt den Makler beim Sex in der Wohnung – und bietet ihm einen Deal an. Außerdem veranstaltet sie mithilfe eines Nachbarsjungen Abende zum Fußballgucken mit Speis und Trank, was die Gastronomen der Gegend natürlich nicht gerade freut. So erwirtschaftet sie Geld, mit dem sie ihre Möbel nach und nach bei einem Antiquitätenhändler Abdeslam (Ahmed Boulane) zurückkauft.

Tochter Clara weiß von alledem natürlich nichts. María kämpft mit Witz und Herz um ihr Zuhause – und bandelt tatsächlich mit dem alleinstehenden Abdeslam an. CALLE MÁLAGA – EIN ZUHAUSE IN TANGER erzählt somit auch eine zu Herzen gehende Geschichte über Liebe im Alter. Lebenslustig gehen die Oldies auf (auch sexuelle) Entdeckungsreise. María blüht wieder auf! Doch dann steht Clara in der Tür…

Maryam Touzani, die das Drehbuch wieder zusammen mit Nabil Ayouch schrieb, ist nach dem großen internationalen Erfolg von „Das Blau des Kaftans“ (ein historischer Meilenstein für das marokkanische Kino mit dem bislang weltweit höchsten Einspielergebnisse eines marokkanischen Films) mit CALLE MÁLAGA – EIN ZUHAUSE IN TANGER zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, die warmherzige Tragikomödie „ist aus dem inneren Wunsch entstanden, zu meinen Erinnerungen zurückzukehren, ihnen nachzuspüren und sie wieder lebendig werden zu lassen. Denn ich bin überzeugt, dass jedes Werk, das wir schaffen, ein Echo jener Spuren ist, die das Leben in uns hinterlässt“, so Touzani.

Die spanische Community in Tanger hat übrigens eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht – mit einem Höhepunkt während des spanischen Protektorats (1912-1956), als viele Spanier (Beamte, Händler, Flüchtlinge) in die Region zogen. Heute ist Spanisch neben Französisch und Arabisch immer noch verbreitet – besonders im Norden, was die starke kulturelle Präsenz der ehemaligen spanischen Einflüsse in Tanger und Umgebung unterstreicht.

Maryam Touzani liefert mit CALLE MÁLAGA – EIN ZUHAUSE IN TANGER ein charmantes Frauenporträt, das vor allem dank der Leinwandpräsenz der spanischen Schauspiel-Legende Carmen Maura glänzt. Durch die Kamera von Virginie Surdej lernen wir Tanger in warmen Farben kennen. Und Touzani erzählt auch hingebungsvoll von einer Liebe im Alter – und dass es sich lohnt, für seine Werte und sein Zuhause zu kämpfen. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig gab es dafür 2025 verdientermaßen den „Spotlight Publikumspreis“.

Trailer

ab12

Originaltitel

Calle Málaga (Spanien / Deutschland / Belgien / Marokko / Frankreich 2025)

Länge

117 Minuten

Genre

Tragikomödie

Regie

Maryam Touzani

Drehbuch

Maryam Touzani, Nabil Ayouch

Darsteller

Carmen Maura, Marta Etura, Ahmed Boulane, María Alfonsa Rosso

Verleih

Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG

Filmwebsite

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