Er versucht es immer wieder: den durchgeknalltesten Film des Jahres zu drehen. Auch diesmal hat es der griechische Star-Regisseur Yorgos Lanthimos wieder geschafft. Doch für mein Gefühl hat er mit BUGONIA den Bogen überspannt. Eklig, monströs und absurd sind seine Filme alle – aber muss es gleich so albern enden wie hier. Das Plüsch-Finale ist reinster Mumpitz!
Doch das ist verzeihlich, denn Lanthimos kann sich locker damit rausreden: BUGONIA ist das Remake der südkoreanischen Science-Fiction-Komödie „Save the Green Planet!“ (2003) von Jang Joon-hwan. Und wer kennt schon das Original?
USA, in naher Zukunft. Teddy (Jesse Plemons) lebt mit seinem geistig nicht gerade hellen Cousin Don (Aidan Delbis) in einem abgelegenen Haus in der Provinz. Als Amateurimker macht er sich Sorgen um die Zukunft der Bienen. Wenn sie sterben, bricht die Nahrungskette zusammen – denn wer soll dann die Blüten bestäuben. Die ersten Minuten des Film sind ein schier endloser Monolog des schwafelnden Besserwissers. Als Verschwörungstheoretiker weiß er, wer schuld ist: Aliens, die sich längst auf der Erde aufhalten. Wer glaubt denn so was?
Als Hauptfeind hat er Michelle (Emma Stone) ausgemacht, CEO eines großen Konzerns, zu dem auch das Biomedizinunternehmen Auxolith gehört. Ihre Firma hat mit ihren experimentellen Opioid-Entzugsmedikamenten vielen Menschen Schaden zugefügt, so auch Teddys Mutter Sandy (Alicia Silverstone), die im Koma liegt. Kurzerhand überfallen Teddy und Don in Jennifer-Aniston-Masken Michelle in ihrer protzigen, supermodernen Villa. Die kampferprobte Frau kann sich lange wehren, bis sie endlich in Teddys Keller landet, wo sie gefesselt und gefoltert wird.
Damit sie keine Kontakt zu ihrem Mutterschiff aufnehmen kann, wird der weibliche Alien brutal geschoren – eine Szene, die Emma Stone tapfer über sich ergehen lässt. Teddy weiß: Aliens kommunizieren mithilfe der Haare. Mit allen Mitteln will Teddy verhindern, dass die Erde zerstört wird.
Plötzlich schneidet Lanthimos wie aus dem Nichts eine kurze Schwarzweiß-Sequenz ein, die uns alle das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der Rest des Films bis zum mehr als verblüffenden (aber eben auch albernen) Finale ist dann eine Kette von ekelhaften, unappetitlichen, blutigen Szenen – jede extremer als die vorige. Irgendwann fliegt dann sogar ein Kopf durch die Gegend…
Erst wenn dann ganz zum Schluss Marlene Dietrich das unsterbliche Antikriegslied „Where Have All The Flowers Gone“ anstimmt, klingt das nach Versöhnung. Fast! Und die Bienen?
In BUGONIA sind wir alle gefordert! Da müssen wir durch!
Bugonia (USA 2025)
118 Minuten
Komödie / Science-Fiction
Yorgos Lanthimos
Will Tracy
Robbie Ryan
Emma Stone, Jesse Plemons, Aidan Delbis, Stavros Halkias, Alicia Silverstone
Universal Pictures International Germany GmbH