Wenn man die Geschichte zu BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM das erste Mal hört, dann bekommt man den Eindruck, dass der Film entweder extrem kitschig wird, oder aber besonders einfühlsam. Ein Dazwischen kann man sich nur schwer vorstellen.
Sam Bloom (Naomie Watts) führt mit ihrem Mann Cameron (Andrew Lincoln) und den drei Söhnen ein glückliches Leben in der Nähe von Sydney. Doch während einer Urlaubsreise in Thailand geschieht ein Unglück, das Sam querschnittsgelähmt zurücklässt. Zurück in Australien hadert sie mit ihrem Schicksal und verfällt in Depressionen. Doch dann tritt eine kleine verletzte Elster in ihr Leben, die ihr Sohn Noah mit nach Hause bringt. Noch ahnt Sam nicht, wie wichtig dieser Vogel, den sie aufgrund seiner Gefiederfarbe „Penguin“ taufen, für ihr weitere Leben sein wird. Dennoch sorgt sie für ihn und erkennt bald die Parallelen zu ihrer eigenen Lebenssituation. Genau wie der Vogel, findet auch sie zu alter Stärke zurück, und so beginnt für alle ein neuer Lebensabschnitt…
Was hier verdammt kitschig klingt, umschifft die Regisseurin Glendyn Ivin geschickt. Immer dann, wenn der Film kurz davor ist, in diese Richtung abzudriften, gelingt ihr gekonnt die Kurve. So wirkt der Film zwar im ersten Moment wie eine typische Verfilmung einer Leidens- und Heldengeschichte, entpuppt sich aber später als wahre Perle. Der Umgang des Films mit dem Thema „Depression“ ist durchaus bemerkenswert und verdient Beachtung. Dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert, erdet ihn zusätzlich, und wenn wir am Ende die Bilder der echten Familie Bloom sehen, dann findet BEFLÜGELT – EIN VOGEL NAMENS PENGUIN BLOOM zu einem wohlverdienten Abschluss.
Penguin Bloom (Australien / USA 2020)
96 Minuten
Drama
Glendyn Ivin
Shaun Grant, Harry Cripps
Naomi Watts, Andrew Lincoln, Jacki Weaver, Rachel House
Leonine Distribution GmbH