Deutsche Komödien haben ein Problem. Sie können gern mal den Bach runtergehen – in diesem Fall: die Schwimmbahn. Von Regisseur Marcus H. Rosenmüller kennen wir so überzeugende Filme wie „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und „Trautmann“. Mit BECKENRAND SHERIFF versuchte er sich jetzt an einer bayerischen Posse. Na ja!
Karl Kruse (Milan Peschel) ist Schwimmmeister (auf diesen Titel legt er großen Wert!) im malerischen Freibad von Grubberg. Mit penibler Strenge wacht er über die Regeln: Vor 9 Uhr darf niemand die Anlage betreten – und auf Bahn Sechs ist das Kraulen verboten. Zu dumm, dass die Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger) das Freibad wegen Unrentabilität schließen will. Auf dem Gelände will Baulöwe Albert Dengler (Sebastian Bezzel) teure Wohnungen errichten. Karl freundet sich mit dem nigerianischen Flüchtling Sali (Dimitri Abold) an, den er als Assistenten einstellt. Doch der kann nicht schwimmen – ist aber ein Ass im Wasserball-Tor. Sehr zur Freude der Trainerin (Johanna Wokalek).
Wir in Hamburg würden sagen: Das klingt alles sehr nach Ohnsorg-Theater! Und da ist was dran. Natürlich solidarisieren sich die Einwohner von Grubberg, um das Freibad zu retten, Und auch Dr. Rieger (Rick Kavanian) traut sich endlich, vom Fünf-Meter-Turm zu springen. Mit seinen Glupschaugen lässt Milan Peschel wieder mal die Sau raus – demnächst dürfen wir ihn in einer überragenden Rolle in „Je suis Karl“ bewundern. Wer diese Art Humor mag: bitte!
Beckenrand Sheriff (Deutschland 2021)
114 Minuten
Komödie
Marcus H. Rosenmüller
Marcus Pfeiffer
Milan Peschel, Dimitri Abold, Sebastian Bezzel, Rick Kavanian, Gisela Schneeberger, Johanna Wokalek, Sarah Mahita, Frederic Linkemann
Leonine Distribution GmbH