Zum dritten Mal kehren wir in AVATAR: FIRE AND ASH auf den Planeten Pandora zurück. Mit dabei: wie immer grandiose Bilder. Und inhaltlich? Noch mehr vom immer gleichen…
Noch immer lebt die Familie Sully beim Clan der Metkayina in den bildschönen Riffen von Pandora. Aber sie muss sich erst an ein Leben ohne Neteyam (Jamie Flatters) gewöhnen, der bei einem brutalen Angriff der „Sky People“ der RDA (Ressources Development Administration) getötet wurde. Jake (Sam Worthington), Neytiri (Zoe Saldaña), Lo’ak (Britain Dalton), Tuk (Trinity Jo-Li Bliss), Spider (Jack Champion) und Kiri (Sigourney Weaver) gehen jeweils auf ihre eigene Art und Weise mit dem Verlust um.
Während Spider sich an das Leben am Riff anpasst, ist die Familie Sully um ihre Sicherheit besorgt und erkennt, dass sie nicht länger dort bleiben kann. Dann taucht der Clan der Tialim auf, auch bekannt als „Wind Traders“ – ein nomadisches Volk, das mit riesigen Segeln den Himmel bereist. Sein Anführer, Paylak (David Thewlis), erklärt sich bereit, Spider zurück zum High Camp zu bringen, der Hochburg der Omatikaya. Letztendlich entscheidet sich die ganze Familie dazu, Spider auf der Reise zu begleiten.
Die Reise findet jedoch ein jähes Ende, als sie von den Mitgliedern des Mangkwan Clans angegriffen werden, auch bekannt als die „Ash People“. Dieses Volk unter der Führung von Varang (Oona Chaplin) gehört ebenso zu den Na‘vi, allerdings veränderte sich seine Kultur und Lebensweise drastisch, als seine Heimat bei einem Vulkanausbruch zerstört wurde. Es macht Eywa, die Übermutter von Pandora, dafür verantwortlich. Währenddessen hat die RDA hingegen nach ihrer
verheerenden Niederlage gegen Jake Sully und den Metkayina-Clan zu kämpfen und formiert sich neu, um ihren nächsten Angriff zu planen…
Drei Jahre sind vergangen, seitdem „Avatar – The Way of Water“ in die Kinos kam. Nicht jeder erinnert sich noch genau daran, was in den stolzen 193 Minuten seinerzeit passierte. Doch James Cameron, der seit Jahren in seiner Avatar-Bubble steckt, dachte überhaupt nicht daran, seine Zuschauer in AVATAR: FIRE AND ASH mal kurz zurück auf den Stand der Dinge zu bringen. Nein, stattdessen stürzt er sie direkt ins nächste Abenteuer. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass mir lange Zeit überhaupt nicht klar war, wer hier eigentlich gegen wen kämpft – und warum. Bei erneuten 197 Minuten Laufzeit (um es zu verdeutlichen: das sind drei Stunden und 17 Minuten!) keine Zeit für ein kurzes „Was bisher geschah“ zu haben, grenzt in meinen Augen schon sehr an eine Form von Egoismus.
AVATAR: FIRE AND ASH bietet ansonsten die üblichen Schauwerte: grandiose Bilder, beeindruckende Landschaften und filmtechnische Höchstleistungen. Während die 3D-Darstellung im Kino seinen Horizont schon lange überschritten hat, hält James Cameron nach wie vor daran fest – und zeigt, dass das tatsächlich die richtige Entscheidung ist. Zumindest wenn man die Technik wie eine zusätzliche Farbe einsetzt und nicht nur aus Gründen der Effekthascherei.
Inhaltlich bewegt sich AVATAR: FIRE AND ASH eher auf wackeligen Beinen, denn die Handlung schwingt wie eine Liane von „Oh, wir werden angegriffen“ über „Wir haben es geschafft“ zu „Oh, wir werden wieder angegriffen“. Das ist auf Dauer ermüdend und wird der o.a. Lauflänge nicht einmal annähernd gerecht. Die Autoren der Geschichte, James Cameron, Rick Jaffa, Amanda Silver, Josh Friedman und Shane Salerno, wurden beim Schreiben offenbar nicht allzu sehr von der Muse geküsst und haben sich vermutlich in der Höhle der Beliebigkeit verlaufen. Selbst Oona Chaplin, die als Anführerin der Ash-People zumindest ein interessanter Neuzugang ist, ist es nicht vergönnt, ihrer Figur mehr Tiefgang zu verleihen.
Wer auf die immensen Schauwerte setzt, der sitzt bei AVATAR: FIRE AND ASH mit Sicherheit im richtigen Saal. Aber bei mehr als drei Stunden Laufzeit darf man doch wohl ein wenig mehr Handlung erwarten…
Avatar: Fire and Ash (USA 2025)
197 Minuten
Abenteuer / Action / Fantasy
James Cameron
James Cameron, Rick Jaffa, Amanda Silver
James Cameron, Rick Jaffa, Amanda Silver, Josh Friedman, Shane Salerno
Russell Carpenter, ASC
Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Oona Chaplin, Cliff Curtis, Joel David Moore, CCH Pounder, Edie Falco, David Thewlis, Jemaine Clement, Giovanni Ribisi, Britain Dalton, Jamie Flatters, Trinity Jo-Li Bliss, Jack Champion, Brendan Cowell, Bailey Bass, Filip Geljo, Duane Evans, Jr., Kate Winslet
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH