Alles Geld der Welt

Kinostart: 15.02.2018

OT: All the Money in the World (USA 2017)
Länge: 133 Minuten
Genre: Drama / Thriller
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: David Scarpa, nach dem Sachbuch von John Pearson
Darsteller: Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Charlie Plummer, Romain Duris, Andrew Buchan, Timothy Hutton, Stacy Martin, Giuseppe Bonifati, Sharlie Shotwell
Verleih: Tobis Film GmbH & Co. KG

Es ist einer der aufsehenerregendsten Fälle der Kriminalgeschichte: 1973 wird der 16-jährige Paul (Charlie Plummer), Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten J. Paul Getty (Christopher Plummer), in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch der reichste Mann der Welt denkt gar nicht ans Bezahlen. Der alte Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail (Michelle Williams) kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes.  Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen und verbündet sich schließlich mit dessen Sicherheitsberater, dem Ex-CIA Mann Fletcher Chace (Mark Wahlberg). Den beiden bleibt nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft…

Kritik

Christopher Plummer statt Kevin Spacey: In ALLES GELD DER WELT hat Regisseur Ridley Scott einfach mal einen Hauptdarsteller ausgetauscht – und trotzdem alle Deadlines eingehalten.

Als ich Ridley Scott vor zweieinhalb Jahren im Interview zu DER MARSIANER getroffen habe, sprach er u.a. darüber, dass Regisseure, die ihr Budget, ihre Deadlines oder gar beides nicht einhalten können, in der Filmbranche eigentlich nichts zu suchen haben und demzufolge dann auch keine Folgeaufträge erhalten sollte. Dieser Satz saß – damals wie auch heute. Denn wie wichtig Scott dieses Thema ist, hat er jetzt mit seinem neuesten Werk bewiesen.

Als die Vorwürfe gegen Kevin Spacey aufkamen, hat Scott nicht lange gefackelt und sämtliche Szenen, in denen er zu sehen war, einfach neu gedreht. Dafür verpflichtete er 88-jährigen Christopher Plummer, den er eigentlich bereits zu Beginn in der Rolle des J. Paul Getty besetzen wollte. Doch der US-Verleih bestand auf einem Namen mit mehr Zugkraft, was eigentlich unverständlich ist, wenn man sich einmal Plummers eindrucksvolle Filmographie anschaut. 

So begann Ridley Scott im November mit den Nachdrehs und versprach, dass sich der Startermin dadurch nicht verschieben würde. Wie er das geschafft hat, bleibt vermutlich sein Geheimnis. In einem Interview verriet er lediglich, dass er tagsüber gedreht und nachts geschnitten hätte. Im fertigen Film ist das nicht einmal ansatzweise zu sehen, denn alles sieht aus wie aus einem Guss. 

Trotzdem wirkt ALLES GELD DER WELT in vielen Momenten etwas zäh. Die Story dreht sich immer mal wieder im Kreis und als Zuschauer fragt man sich, ob man wirklich jede der 133 Minuten Laufzeit benötigt hätte. Wer sich mit dem Entführungsfall schon einmal beschäftigt hat, der weiß sowieso, wie die ganze Geschichte ausgeht. 

ALLES GELD DER WELT mag vielleicht nicht auf allen Ebenen überzeugen, eines macht der Film aber deutlich: Die Zeiten des Wegschauens und des Ignorierens sind in Hollywood offenbar tatsächlich vorbei. Bleibt zu hoffen, dass dies hier kein Einzelfall war und noch weitere Regisseure mit gutem Beispiel vorangehen.

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Filmplakat

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