Abseits des Lebens

Kinostart: 05.08.2021

ab6 OT: Land (USA 2021)
Länge: 90 Minuten
Genre: Drama
Regie: Robin Wright
Drehbuch: Jesse Chatham, Erin Digman
Darsteller: Robin Wright, Demián Bichir, Sarah Dawn Pledge, Brad Leland
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Nachdem sie bereits diverse Episoden ihrer Serie „House of Cards“ inszeniert hat, legt Robin Wright jetzt mit ABSEITS DES LEBENS ihr Langfilm-Regiedebüt über eine Frau vor, die sich nach einem Verlust aus der Gesellschaft in die Wildnis zurückzieht. 

Vom Leben mit der Schuld gezeichnet, zieht sich Edee (Robin Wright) in die Einsamkeit der Rocky Mountains zurück. Nur mit dem Nötigsten im Gepäck begibt sie sich zu einer abgelegenen Hütte und sorgt dafür, dass ihr eine sofortige Rückkehr nicht so einfach möglich sein wird – aber diese gnadenlose Umgebung verzeiht keine Fehler. Gerade noch rechtzeitig wird sie von dem einheimischen Jäger Miguel Borras (Demián Bichir) und der örtlichen Krankenschwester (Sarah Dawn Pledge) vor dem Hungertod gerettet. Er bringt ihr daraufhin bei, wie man jagt und in der rauen Wildnis überlebt. Wie sie aber mit den schmerzhaften Erinnerungen umgehen soll, um weiterzuleben, muss sie auf eigene Faust herausfinden.

Angebote, Regie zu führen, hatte Wright schon viele, aber nie war der „richtige“ Stoff dabei. Das änderte sich, als ihr das Drehbuch von Jesse Chatham in die Hände fiel. Sie erkannte das Potential und war sofort Feuer und Flamme. Die Besetzung der Hauptrolle sollte sich aber beinahe als Showstopper entpuppen, denn wen immer das Team auch besetzen wollte, alle schienen in anderen Projekten verhaftet zu sein. Und so rückte die Deadline näher, schließlich konnte man in der Wildnis nicht zu jeder Jahreszeit drehen. Und so entschied man sich gemeinsam, dass Wright auch die Hauptrolle übernehmen würde. Das entpuppt sich als Glücksgriff, denn Wright füllt die Rolle allein mit ihrer Gestik und Mimik vollends aus. In ihrem Gesicht lesen wir als Zuschauer jede Regung, jeden Gedanken ab und sind so in der Lage, uns in die Seelenwelt der Figur hineinzuversetzen. 

Als kleine Randnotiz sei vielleicht noch erwähnt, dass Wrights Ex-Eheman Sean Penn 2007 mit „Into the Wild“ einen thematisch recht ähnlichen Film inszeniert hat. Dennoch sind die Unterschiede recht groß. Während sich seinerzeit ein junger Mann aus Frust über die Menschheit in die Wildnis zurückzieht, um dort zu sterben, ist Wrights Figur durchaus hoffnungsvoll, irgendwann in die Gesellschaft zurückkehren zu können, sobald sie ihren inneren Frieden gefunden hat. Und genau auf diesem Weg begleiten wir sie gerne ein Stückchen ihre Weges. 

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