Es gab Zeiten, in denen die französische Komödie mit ihrem Humor, ihrer Leichtigkeit und ihrem unverwechselbaren Charme die Filmwelt beherrschte. Diese Zeiten sind längst vorbei. Inzwischen hat sich auch in Frankreich – wie vorher schon in Deutschland – die Klamotte breitgemacht. Typisches Beispiel dafür ist die unsägliche, aber leider sehr erfolgreiche „Monsieur Claude“-Trilogie. Die männliche Hauptrolle in allen drei Teilen spielte Christian Clavier, der seitdem gefühlt in jeder französischen „Komödie“ (sprich: Klamotte) mitwirkt. So auch in AB DURCH DIE MITTE – MIT VOLLGAS DURCH PARIS von Grégoire Vigneron. Witz, lass nach!
Das Drehbuch von Isabelle Jaquet, Julie Ponsonnet und Grégoire Vigneron ist mit seinen absurden Schlenkern so hanebüchen konstruiert, dass sich eine Inhaltsangabe fast nicht lohnt. Doch so viel sei gesagt: Der unterwürfige, junge Bauingenieur Stan (Rayane Bensetti) soll für seinen korrupten Chef Richard (Gilles Cohen) in Riga einen Koffer mit einer Million Euro Schmiergeld für den Bau eines Flughafens in Zentralasien übergeben. Als Dank winkt eine Beförderung. Als dann aber Richard einen von Stans schleimigen Kollegen vorzieht, klaut der Enttäuschte kurzerhand den Koffer aus dem Firmentresor und wirft den Tresorschlüssel weg. Er will mit seiner Freundin Marine (Claire Chust) ins Ausland fliehen.
Als sich Richard plötzlich doch wieder anders entscheidet und Stan in 24 Stunden persönlich den Koffer überreichen will, ist guter Rat teuer. Durch einen unglaublichen Zufall, der (zugegeben) herrlich beknackt inszeniert ist, lernt Stan die Nervensäge Hippolyte (Christian Clavier) kennen, einen ehemaligen Panzerknacker und jetzigen Inhaber eines nicht sehr erfolgreichen Schlüsseldienstes. Schaffen es die beiden, rechtzeitig den Tresor zu öffnen? Eine wilde nächtliche Hetzjagd durch Paris beginnt…
Wie sich das ungleiche Paar – der coole Geschäftsmann und die trottelige Quasselstrippe – notgedrungen zusammenrauft, bildet das Herzstück von AB DURCH DIE MITTE – MIT VOLLGAS DURCH PARIS. Das erinnert natürlich an den Komödien-Klassiker „Die Filzlaus“ (1973) mit Lino Ventura als wortkargem Profikiller und Jacques Brel als ununterbrochen sabbelndem Selbstmordkandidaten, der den anderen ständig bei der „Arbeit“ stört. Zwischen beiden Filmen liegen Welten! Christian Clavier absolviert seine überdrehte Rolle mit all seiner Routine, Rayane Bensetti bleibt dagegen doch sehr blass. Und dann die Gags…
Lustig ist anders!
Le Million (Frankreich 2025)
91 Minuten
Komödie
Grégoire Vigneron
Olivier Delbosc
Léo Lefévre
Rayane Bensetti, Christian Clavier, Gilles Cohen, Claire Chust, Julie Ferrier, Jean-Luc Couchard, Charlotte Gabris, Leonard Bethet-Rivière, Cédric Moreau
Happy Entertainment (MT Trading UG)