a-ha – The Movie

Kinostart: 16.09.2021

ab0 OT: a-ha – The Movie (Norwegen 2019)
Länge: 108 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Thomas Robsahm, Aslaug Holm
Drehbuch: Thomas Robsahm
Darsteller: Pål Waaktaar-Savoy, Magne Furuholmen, Morten Harket
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Achtung: Der Film startet bereits am 14.09. zum Geburtstag von Morton Harket!

Fast 40 Jahre nach ihrer Gründung füllen die norwegischen Popstars a-ha noch immer große Hallen. Doch wer glaubt, dass so etwas nur mit einer besonders starken Freundschaft zu schaffen ist, den belehrt A-HA – THE MOVIE eines Besseren. 

Ich bin ein Kind der Achtziger Jahre und „Take On Me“ zählt nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingssongs. Auch meine allererste CD (nach vielen, vielen Langspielplatten) war ein Album von a-ha. Kein Wunder also, dass ich mir diese eindrucksvolle Dokumentation keinesfalls entgehen lassen wollte. Aber das sich Pål Waaktaar-Savoy (Gitarren, Keyboards), Magne Furuholmen (Keyboard, Gitarren) und Morten Harket (Gesang) immer wieder in die Haare bekommen, war mir vollkommen unbekannt. Zu Konzerten reisen sie getrennt an, haben getrennte Garderoben und treffen sich ausschließlich auf der Bühne. Umso erstaunlicher, dass der Live-Sound nach wie vor so klingt, als wären die drei die dicksten Freunde. 

Zum Glück konzentriert sich der Film von Thomas Robsahm und Aslaug Holm nicht vollkommen auf dieses Paradoxon, sondern erzählt uns die komplette Geschichte der Band, von der Gründung im Jahre 1982 über die erste Trennung 1994, die Reunion 1998 und die erneute Trennung 2010 bis hin zur Wiedervereinigung 2015. Aber immerhin: man redet nicht schlecht übereinander, im Gegensatz zu Bands wie beispielsweise Oasis. Trotzdem wird es voraussichtlich kein weiteres Album der drei Norweger geben, das schließen sie kategorisch aus, weil sie das laut eigener Aussage emotional nicht verkraften würden. 

Auch visuell wissen Robsahm und Aslaug mit ihrer Dokumentation zu überzeugen. So transportieren sie eingangs den unverkennlichen Stil des Musikvideos zu „Take On Me“ und stellen so eine wunderbare Verbindung zurück ins Jahr 1985 her. Zum Glück bleiben sie daran nicht kleben, so schön diese Schwarz-Weiß-Zeichnungen auch sind, schließlich hat sich auch die Band im Laufe der Jahre durchaus weiterentwickelt. 

So ist A-HA – THE MOVIE natürlich vor allem ein Film für die Kinder der Achtziger Jahre und die Fans der Band. Dass er dem Zuschauer dabei trotzdem so viel Unbekanntes vermitteln kann, zeugt von der Qualität der Dokumentation. In einem Interview sagte Thomas Robsahm übrigens auf die Frage, was für ihn das Traumprojekt als Regisseur sei, dass er gerne einen Film darüber machen würde, wie a-ha ein neues Album aufnehmen. Das halte auch ich mit dem neuen Erkenntnisstand über die Band für mehr als interessant. Zudem es ja auch bedeuten würde, das dadurch neues musikalisches Material entstehen würde…

Der Film startet bereits am 14.09. zum Geburtstag von Morton Harket in den Kinos und ist oftmals sogar nur an diesem Datum zu sehen. Eine Übersicht aller Kinos und Spielzeiten gibt es hier.

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