Wild

Kinostart: 14.04.2016

OT: Wild (Deutschland 2016)
Länge: 97 Minuten
Genre: Drama
Regie: Nicolette Krebitz
Drehbuch: Nicolette Krebitz
Darsteller: Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender, Saskia Rosendahl, Kotti Yun, Laurie Young, Pit Bukowski, Benedikt Lay, Frowin Wolter, Hermann Beyer, Anne-Kathrin Gummich
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Auf dem Weg zur Arbeit hat Ania (Lilith Stangenberg) eine seltsame Begegnung. Mitten im Park steht sie einem Wolf gegenüber. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bisheriges Leben ein Witz. Der Moment lässt sie nicht mehr los, genau wie der Gedanke den Wolf wieder zu finden und nie mehr gehen zu lassen. Ania wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es das wilde Tier zu fangen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein – und sprengt sämtliche Fesseln ihres bisherigen bürgerlichen Lebens. Erstaunlicherweise finden die Menschen um sie herum daran Gefallen, besonders ihr Chef Boris (Georg Friedrich), der ihre Nähe sucht wie nie zuvor. Fast scheint es, als teilten sie alle eine ähnliche, geheime wilde Sehnsucht.

Kritik

Mit WILD legt Nicolette Krebitz einen Film vor, der bewusst anders ist und eine unfassbare Faszination ausübt.

Die Beweggründe der Ania – umwerfend gespielt von Lilith Stangenberg – sowie ihre Faszination für den Wolf dürften dem normalen Zuschauer erst einmal äußerst suspekt vorkommen. Auch ihre wahnwitzige Idee, den Wolf in ihrer Hochhauswohnung einzusperren, dürften nur wenige nachvollziehen können. Was dann folgt, sprengt eigentlich alles, was es bisher im Kino zu sehen gab. Lilith Stangenberg gelingt es, im ersten Moment absolut normal zu wirken, sich dann jedoch radikal zu wandeln. Diese Kunst beherrschen nur wenige und so ist es kaum vorstellbar, dass der Film auch mit einer anderen Hauptdarstellerin funktioniert hätte.

Man könnte die Geschichte sicherlich noch daraufhin untersuchen, ob Krebitz damit etwas ganz Besonderes ausdrücken möchte, sozusagen die Wahrheit hinter der Wahrheit suchen. Ich bin mir sicher, dass man dabei auch fündig werden würde, aber das wäre für mich das Thema einer Zweit- oder Drittsichtung. In erster Linie überzeugt hier die Darstellung und die filmische Umsetzung. Und das genügt mir vorerst voll und ganz. WILD ist ein Film, den man besimmt mehr als einmal sehen sollte – und vermutlich auch muss. Ein kraftvoller, ungewöhnlicher Film, von dessen Machart wir noch viele weitere gebrauchen könnten.

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Filmplakat

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