Where to Invade Next

Kinostart: 25.02.2016

OT: Where to Invade Next (USA 2016)
Länge: 110 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Michael Moore
Drehbuch: Michael Moore
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Was können die USA von anderen Ländern lernen? Michael Moore will es genau wissen und marschiert als Ein-Mann-Armee in Europa und Tunesien ein. Wo immer er seine US-Flagge in fremden Boden rammt, will er keine Territorien und Ölfelder erobern, sondern gute Ideen. Und zwar solche, mit denen Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien gute Arbeits- und Lebensbedingungen für ihre Bürger geschaffen haben. Egal ob faire Löhne oder gesundes Schulessen, kostenlose Bildung oder menschenwürdige Gefängnisse: Michael Moore klaut alles, was er kriegen kann. Denn Europa hat Lösungen für viele Probleme, an denen die amerikanische Gesellschaft seit Jahren krankt. Je länger Michael Moore staunend durch Europa reist, um so klarer wird ihm: Der amerikanische Traum lebt! Wenn auch nur außerhalb der USA. Und so wird Michael Moores jüngster Doku-Streich WHERE TO INVADE NEXT zu einer augenzwinkernden Liebeserklärung an Europa.

Kritik

Michael Moore ist zurück. Und mit WHERE TO INVADE NEXT stellt er wieder einmal die die amerikanische Gesellschaft auf den Prüfstand. Aber dieses Mal sind darunter auch Lektionen für uns Europäer dabei…

Moore beginnt seinen neuen Film mit einer Fiktion und tut so, als ob ihn die versammelte Führungsetage um Rat bittet, wo man denn nun bitte als Nächstes einmarschieren solle. Diese „Frage“ nimmt sich Moore zur Aufgabe, um in der Welt nach Lösungen zu suchen, an denen die US-Gesellschaft sein Ewigkeiten krankt. Sei es ein funktionierendes Gesundheitssystem, eine vernünftige Bezahlung der Arbeitnehmer oder das Bildungssystem. Baustellen, über die wir Europäer mit Blick über den großen Teich immer wieder mit dem Kopf schütteln.

Also „marschiert“ Moore in diverse Länder ein und „stiehlt“ deren Ideen, um die US-amerikanische Nation nach vorne zu bringen. Am interessantesten ist dabei womöglich sein Besuch in Island. Dort interessiert ihn der Umgang des Staates mit den Banken im Zuge der Finanzkrise. Während in den USA und auch in Deutschland die Banken mit Milliarden gerettet worden sind, haben die Isländer sie einfach geschlossen und die verantwortlichen Banker vor Gericht gestellt. Die neugegründeten Staatsbanken stehen inzwischen besser da als die geschlossenen jemals zuvor. Gleichzeitig hat man verstärkt Frauen in die Aufsichtsräte gerufen und WHERE TO INVADE NEXT zeigt, warum das vermutlich eine der besten Entscheidungen überhaupt gewesen ist. Dieser Einblick sollte auch diejenigen Kritiker verstummen lassen, die sich vehement gegen eine Frauenquote in DAX-Unternehmen wehren.

Man muss sich gegebenenfalls ans Michael Moores polternde Art gewöhnen, wird dann jedoch mit vielen interessanten Einsichten belohnt. Wenn auch nur EIN Staat alle diese Maßnahmen umsetzen würde, es wäre vermutlich der ideale Ort zum Leben.

Bildergalerie

Trailer

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Filmplakat

Neustarts am 25.02.2016

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