Stella – Kleine große Schwester

Kinostart: 24.09.2015

OT: Min lilla syster (Schweden / Deutschland)
Länge: 95 Minuten
Genre: Drama
Regie: Sanna Lenken
Drehbuch: Sanna Lenken
Darsteller:

Rebecka Josephson, Amy Deasismont, Annika Hallin, Henrik Norlén

Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Die 12 jährige Stella (Rebecka Josephson) ist verliebt, ausgerechnet in jemanden, der fast viermal so alt ist wie sie, und sie weiß nicht, wie sie es ihm sagen soll. Aber das Problem, das sie mit ihrer älteren Schwester Katja (Amy Deasismont) hat, wiegt für sie sehr viel schwerer. Katja ist eine begabte Eiskunstläuferin und hat mit Training und Schule reichlich zu tun. Zu Hause bei den Eltern dreht sich fast alles um sie, für Stella bleibt wenig Raum. Stella verehrt ihre Schwester und eifert ihr nach. Eigentlich verstehen sich die beiden Mädchen gut. Doch Katja hat selten Zeit und manchmal ist sie auch ganz unerwartet kalt und gemein. 

Stella merkt als erste, was mit ihrer Schwester nicht stimmt. Sie leidet an einer schweren Essstörung, die ihr Leben bedroht. Stella will es den Eltern sagen, aber Katja verdonnert sie zum Schweigen. Jetzt lastet auf Stella eine Verantwortung, wie sie ein Mädchen in ihrem Alter kaum tragen kann. Eindringlich zeigt der Film, wie Katjas Erkrankung die Familie langsam an den Rand der Verzweiflung treibt.

Kritik

Filme über Magersucht gab es bislang nicht allzu häufig, dachte sich die schwedische Regisseurin Sanna Lenken. Da sie als Jugendliche selbst an Magersucht litt, war es ihr eine Herzensangelegenheit, darüber einen Film zu machen. Entstanden ist dabei im Laufe von sieben Jahren STELLA – KLEINE GROSSE SCHWESTER, ein Film, der sich wunderbar von allen anderen Vertretern des Genres abhebt.

Für den Film hat sich Lenken bewusst nicht für die Erzählperspektive der kranken Katja entschieden, sondern für die der zwölfjährigen Schwester Stella. So konnte sie ein wenig Distanz zur erkrankten Person wahren, gleichzeitig aber auch eine gewisse Art von Humor einbringen. Das tut dem Film gut und nimmt ihm dadurch ein wenig die Schwere.

Mit den beiden Hauptdarstellerinnen Amy Deasismont und Rebecka Josephson hat Lenken zudem einen Volltreffer gelandet. Dabei erwies sich die Suche nach den beiden als extrem schwierig, denn dies nahm etwas ein Jahr in Anspruch. Es gab zwar hin und wieder Darstellerinnen, die gepasst hätten, die aber letztendlich nicht die hohen Erwartungen erfüllen konnten, die Lenken in die Figuren hatte. Die Rolle der titelgebenden Stella wurde sogar erst einen Monat vor Drehbeginn besetzt.

Mit STELLA – KLEINE GROSSE SCHWESTER ist Sanna Lenken ein ganz wunderbarer Film gelungen, der ein ernstes Thema liebevoll verpackt – Absolut sehenswert und daher natürlich unser Film der Woche.

Wir haben Sanna Lenken und die Produzentin Annika Rogell zum Interview getroffen und mit ihnen über den Film, aber auch über das Thema Magersucht selbst gesprochen. Das Interview gibt es hier zum Nachlesen.

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