Spotlight

Kinostart: 25.02.2016

OT: Spotlight (USA 2015)
Länge: 128 Minuten
Genre: Drama
Regie: Tom McCarthy
Drehbuch: Tom McCarthy, Josh Singer
Darsteller: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Brian D'Arcy James, Stanley Tucci, Jamey Sheridan, Billy Crudup
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Im Jahr 2001 erhält Walter „Robby“ Robinson (Michael Keaton), der Leiter des Investigativ-Teams des Boston Globe, einen besonderen Auftrag. Der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) setzt ihn auf die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche an, von denen schon lange hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Doch als Robby und seine Kollegen Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams), Matt Carroll (Brian d’Arcy James) und Ben Bradlee Jr. (John Slattery) die ersten Opfer zu interviewen beginnen, stoßen sie Schicht um Schicht auf einen viel größeren Skandal als zunächst angenommen: Seit Jahrzehnten wurden in der Erzdiözese Boston immer wieder Kinder von Priestern missbraucht – und die Taten von höchsten Würdenträgern gedeckt und vertuscht. Die Spuren führen direkt zum Kardinal, doch die Reporter stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Die Opfer schweigen aus Angst, hoch bezahlte Anwälte spielen auf Zeit. Die kostspielige Recherche der Zeitung droht zu scheitern.

Kritik

Mit SPOTLIGHT kommt endlich einmal wieder ein Vertreter des „Journalisten-Thrillers“ in die Kinos. Ein sensationell gelungener und zugleich wichtiger Film.

Bislang konnte der Regisseur Tom McCarthy nur mit seinem allerersten Film STATION AGENT (2003) überzeugen, mit dem er die Karriere von Peter Dincklage ebnete. Danach folgten mit EIN SOMMER IN NEW YORK WIN WIN oder COBBLER: DER SCHUHMAGIER eher mässig erfolgreiche Filme. Dafür kehrt er mit SPOTLIGHT aber umso imposanter zurück.

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Priester bekannt. Die Journalisten des Investigativ-Ressorts des Boston Globes nahmen sich 2011 des Themas an und ermittelten im erzkatholischen Boston. Nachdem sie erst auf eine Mauer des Schweigens treffen und sich selbst Vorwürfen aussetzen müssen, gelingt es ihnen nach und nach, eine schier unglaubliche Geschichte ans Tageslicht zu befördern. Wohin sich unsere Gesellschaft ohne solch Intensive Nachforschungen und Aufdeckungen bewegen würde, möchten wir uns eigentlich gar nicht ausmalen.

Und gerade deshalb ist SPOTLIGHT ein so wichtiger Film. In Zeiten, in denen immer mehr Zeitungsredaktionen zusammengelegt werden, in der mehr und mehr Journalisten dem Sparzwang geopfert werden, ist es immens wichtig, dass der investigative Journalismus nicht am Ende über die Klippe springt. Denn wer sonst würde sich kümmern, damit Unrecht überhaupt entdeckt wird? Vermutlich niemand. Und genau deshalb sollte jeder diesen Film sehen. Um Informationen wieder wertzuschätzen. Um zu erkennen, dass Gratisjournalismus keinesfalls die Lösung sein kann. Niemals.

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Filmplakat

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