Sing

Kinostart: 08.12.2016

OT: Sing (USA 2016)
Länge: 108 Minuten
Genre: Animation / Trickfilm
Regie: Garth Jennings
Drehbuch: Garth Jennings
Darsteller: Original-Stimmen: Matthew McConaughey, Seth MacFarlane, Reese Witherspoon, John C. Reilly, Garth Jennings, Scarlett Johansson, Beck Bennett, Deutsche Stimmen: Daniel Hartwich, Klaas Heufer-Umlauf, Alexandra Maria Lara, Olli Schulz, Katharina Thalbach, Stefanie Kloß, Inscope21, Iris Berben, Prince Damien, Luca Hänni, Lukas Pratschker
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Das früher so schillernde Theater des Koalas Buster Moon steht kurz vor dem Ruin. Doch Buster ist ein ewiger Optimist, besser gesagt: ein echtes Schlitzohr, der einfach alles tun würde, um sein Lebenswerk zu retten. Deshalb nutzt er seine letzte Chance und veranstaltet die tierischste Casting-Show, die die Welt je gesehen hat. 

Unter den Wettbewerbern stechen fantastische Supertalente heraus: u.a. die Maus, die zuckersüß singt, es aber faustdick hinter den Ohren hat, das schüchterne Elefanten-Mädchen, dem auf der Bühne die Knie schlottern, die gestresste Mutter, der 25 kleine Ferkel am Rockzipfel hängen, der junge Gangster-Gorilla, der die kriminellen Machenschaften seiner Familie hinter sich lassen will, und das Punk-Rock-Stachelschwein, das es nicht länger mit seinem fiesen Freund aushält. Sie alle betreten die Bühne von Busters Theater mit dem gleichen Ziel: zu gewinnen und damit ihr Leben zu verändern.

Kritik

Mit SING legen die Macher von ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH jetzt ihr neuestes Werk vor – und versagen leider auf ganzer Linie… 

Als Illumination Entertainment vor mehr als sechs Jahren als neues Animationsstudio antrat, waren die Hoffnungen immens. Mit ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH gelang es dem Produzenten und Gründer Chris Meledandri dann sogar, die Erwartungen noch zu übertreffen. Endlich gab es ein weiteres Studio, das dem übermächtigen Pixar vielleicht das Wasser reichen konnte. 

Heute jedoch muss man erkennen, dass auch einem innovativen Studio langsam aber sicher die Ideen ausgehen. Ob es daran liegt, dass man nach PETS bereits den zweiten Film innerhalb eine halben Jahres in die Kinos bringt, sei einmal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass SING leider so gar nicht zu überzeugen weiss. 

Einen Animationsfilm über das Casting-Genre zu bringen, wenn sich eigentlich kaum noch jemand dafür interessiert, ist die eine Sache. In den USA ist „American Idol“ bereits abgesetzt, bei uns krepiert „Deutschland sucht den Superstar“ am Bodensatz der TV-Unterhaltung herum und hat sich schon seit Jahren vom eigentlichen Thema – der Musik – verabschiedet.

Die andere Seite der Medaille ist es aber, aus der Geschichte nicht wirklich etwas zu machen. Okay, wir haben eine Menge Tiere, die singen, aber genau wie bei DSDS kommt es vielmehr auf den sozialen Hintergrund an. Das dabei keinerlei Kritik durchklingt, ist vermutlich das größte Problem des Films. Einfach nur einen Hitsong an den nächsten zu reihen, genügt eben einfach nicht. 

Das allergrößte Ärgernis ist jedoch die deutsche Synchronisation. Anstatt auf gestandene Synchronsprecher zu setzen, hat man hier „Größen“ wie Daniel Hartwig, Klaas Heufer-Umlauf, Olli Schulz, Stefanie Kloß, Inscope21, Prince Damien, Luca Hänni oder Lukas Pratschker. Man versucht also einen Film, der im Original von Größen wie Matthew McConaughey, Seth MacFarlane, Reese Witherspoon, John C. Reilly, Garth Jennings, Scarlett Johansson, Beck Bennett gesprochen wird, durch RTL-Moderatoren und DSDS-Sternchen zu ersetzen. Dass das keine sinnvolle Idee ist, kann sich sicherlich jeder an seinen zehn Fingern abzählen. Besonders nervig ist aber Daniel Hartwig, der als Hauptfigur des Films natürlich auch die meiste Redezeit hat. Irgendwann ist man als Zuschauer von der monotonen „Synchronarbeit“ so genervt, dass die Handlung erst recht zur Egalität wird. 

SING ist – zumindest in der deutschen Fassung – eine extrem unangenehme und nervige Angelegenheit, die hoffentlich schnell wieder in Vergessenheit gerät. Freuen wir uns stattdessen einfach auf ICH, EINFACH UNVERBESSERLICH 3 im kommenden Jahr und hoffen, dass Illumination Entertainment dann wieder zur alten Stärke zurückfindet.

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