Schoßgebete

Kinostart: 18.09.2014

OT: Schoßgebete (Deutschland 2013)
Länge: 93 Minuten
Genre: Drama
Regie: Sönke Wortmann
Drehbuch: Oliver Berben, nach dem gleichnamigen Roman von Charlotte Roche
Darsteller: Lavinia Wilson, Jürgen Vogel, Juliane Köhler, Anna Stieblich, Robert Gwisdek, Pauletta Pollman, Isabelle Redfern, Rainer Galke, Jonathan Neo, Völk Jan-David Bürger, Mira Schröder, Ansgar Schröder, Bettina Engelhardt, Tanja Schleiff,
Siegfried Bendix gefällt dieser Artikel

Elizabeth Kiehl (Lavinia Wilson) hat mehr Spleens als andere Frauen Schuhe. Seit einem schweren Unfall in der Familie liegt die junge Frau immer auf der Lauer, ist immer kontrolliert, immer aufs Schlimmste gefasst. Elizabeths Rachegedanken, Verfolgungswahn, Schuldgefühle, ihre Angst vor Fahrstühlen, Zügen oder dem Einsturz ihres Hauses sind Themen der Sitzungen bei Frau Drescher (Juliane Köhler) – und natürlich der Sex mit ihrem Mann Georg (Jürgen Vogel). Therapie gehört genauso zu ihrem Alltag wie Kindererziehung, Biokost und gemeinsame Bordellbesuche mit Georg. 

Ihr entschlossener Spagat zwischen all den verschiedenen Ansprüchen ist nicht leicht, aber zum Glück ist Elizabeth mit reichlich Witz und einer großen Portion Selbstironie gesegnet…

Kritik

Ein zweites FEUCHTEGBIETE ist SCHOSSGEBETE leider nicht geworden. Eigentlich fragt man sich ob wirklich beide Filme auf Romanen von Charlotte Roche basieren. Während FEUCHTGEBIETE sich trotz des expliziten Inhalts überraschenderweise fortwährend selbst neu erfunden hat, tritt SCHOSSGEBETE irgendwie ständig auf der Stelle. Dabei handelt es sich keineswegs um einen schlechten Film, denn Lavinia Wilson und Jürgen Vogel geben ein Paar, dem man gerne anderthalb Stunden folgt. Es stört halt nur ein wenig die leicht behäbige Inszenierung von Sönke Wortmann.

Wenn man jedoch die Geschichte hinter der Geschichte kennt, wendet sich das Blatt ein wenig. Im Roman verarbeitet Charlotte Roche nämlich ihr eigenes Trauma des Verlusts ihrer drei Brüder, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit im Auto ihrer Mutter verunglückt sind. Auf dieses Schicksal arbeitet sich der Film extrem langsam zu, indem er die ganze Geschichte immer nur häppchenweise aufdeckt.

Trotzdem hätte dem Film ein wenig mehr Mut und ein wenig mehr Tempo sicherlich nicht geschadet. So bleibt am Ende immerhin ein guter Film übrig, wenn auch mit angezogener Handbremse.

Bildergalerie

Invalid Displayed Gallery

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 18.09.2014

Wenn ich bleibe

Mia Hall (Chloë Grace Moretz) kann sich nicht vorstellen, dass sie je eine schwierigere Entscheidung treffen muss: Soll sie ihr Musikstudium an der Juilliard School aufnehmen? Oder soll sie zugunsten ihrer großen Liebe Adam (Jamie Blackley) darauf verzichten? Doch dann werden auf einem zunächst unbeschwerten Familienausflug die Weichen plötzlich völlig anders gestellt. Einige bange Stunden Weiterlesen

Gemma Bovery

Martin (Fabrice Luchini) ist ein Ex-Bohemien alter Pariser Schule, der mehr oder minder freiwillig die väterliche Bäckerei eines kleinen Dorfes in der Normandie übernommen hat. Was von den Ambitionen seiner Jugend übrig geblieben ist, sind seine blühende Fantasie und eine flammende Leidenschaft für die große Literatur, insbesondere die Romane von Gustave Flaubert. Kein Wunder, dass Weiterlesen

Sin City 2 – A Dame To Kill For

Seitdem Dwight (Josh Brolin) vor einigen Jahren das Leben von Miho (Jamie Chung) rettete, will er sich jeglichen Ärger vom Leib halten – bis ihn seine schöne Ex-Freundin Ava (Eva Green) kontaktiert, die ihm einst das Herz brach und mit einem anderen durchbrannte. Doch nun fleht Ava Dwight um Hilfe an, weil sie von ihrem Weiterlesen

Shirley – Visionen der Realität

In 13 durch den Film zum Leben erweckten Gemälden von Edward Hopper wird die Geschichte einer Frau erzählt (Story), die uns durch ihre Gedanken, Gefühle und Reflexionen eine Epoche der Amerikanischen Geschichte betrachten lässt (History).