Schatz, nimm Du sie

Kinostart: 16.02.2017

OT: Schatz, nimm Du sie (Deutschland 2016)
Länge: 92 Minuten
Genre: Komödie
Regie: Sven Unterwaldt
Drehbuch: Jens-Frederik Otto, Claudius Pläging, basierend auf dem Originaldrehbuch von Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte
Darsteller: Carolin Kebekus, Maxim Mehmet, Arsseni Bultmann, Arina Prokofyeva, Axel Stein, Jasmin Schwiers, Ludger Pistor, Patricia Meeden

Toni (Carolin Kebekus) und Marc (Maxim Mehmet) wollen sich scheiden lassen, denn die große Leidenschaft scheint nach 15 Jahren Ehe erloschen zu sein. Eine einvernehmliche Trennung soll es werden, schließlich ist man erwachsen und versteht sich noch gut. Doch der Neuanfang ist gar nicht so leicht: Beide haben gerade die Chance auf einen Job im Ausland. Aber wer kümmert sich um die Kinder? Die Eltern schmieden einen Pakt: Emma (Arina Prokofyeva) und Tobias (Arsseni Bultmann) sollen selbst entscheiden, bei wem sie wohnen wollen! Mit den abenteuerlichsten Tricks versuchen Toni und Marc nun, ihre Kinder in einem Sorgerechtsstreit der ganz besonderen Art davon zu überzeugen, dass sie beim anderen besser aufgehoben sind.

Kritik

Gerade wenn man denkt, der deutsche Film sei wieder auf einem Allzeithoch, kommen Filme wie SCHATZ, NIMM DU SIE daher, bei denen man sich fragt, wer auf die glorreiche Idee gekommen ist, einen schlechten Film aus Frankreich nachzudrehen. 

Gerade mal anderthalb Jahre ist es her, dass MAMA GEGEN PAPA in unseren Kinos lief. Mehr schlecht als recht und das aus Gründen. Jetzt hat sich Sven Unterwaldt das ursprüngliche Drehbuch geschnappt und mit Carolin Kebekus und Maxim Mehmet neu verfilmt. Nur warum? Wieso? Was hat Unterwaldt in dem Originalfilm gesehen?

Gehen wir einmal zurück in den Sommer 2015, als MAMA GEGEN PAPA in unseren Kinos gestartet ist. An sich hatte der Film eine wirklich interessante Grundidee: Warum nicht einmal einen Sorgerechtsstreit umdrehen und die Protagonisten alles machen lassen, damit sich die Kinder für den jeweils anderen entscheiden. Dummerweise haperte es schon damals an der Umsetzung und so verlor der Film bereits damals an einigen Stellen die Kontrolle und rutschte in den Fremdschämbereich ab. Wenn Hamster gegen Fensterscheiben geworfen werden, hört der Spaß doch wohl auf, oder?

Aber nein, Unterwaldt behält nicht nur diesen unsäglichen Gag im Film, er kopiert das Original sogar fast 1:1. Selbst die (schlechten) Witze, die im Film erzählt werden, hat er genau so übernommen. Dabei hatte er mit Carolin Kebekus eine der aktuell besten weiblichen Comedians Deutschland am Start – nur offenbar hat er sie nicht ein einziges Mal improvisieren lassen oder auch nur eigene Ideen einfließen lassen. 

Wenn es sich bei dem Original um einen Film gehandelt hätte, der es nicht nach Deutschland geschafft hätte, könnte ich diesem Remak ja vielleicht noch verstehen. Aber bei einem Film, der damals bei sämtlichen Kollegen durchgefallen ist und auch nicht wirklich ein Publikum finden konnte, ist mir das ein absolutes Rätsel. 

Wer sich das Original einmal ansehen möchte, der hat aktuell u.a. bei Amazon Prime Video die Möglichkeit. Ins Kino gehen muss man dafür nämlich wirklich nicht.

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Filmplakat

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