Sag, dass Du mich liebst

Kinostart: 01.11.2012

OT: Parlez-moi de vous (Frankreich 2012)
Länge: 89 Minuten
Genre: Drama / Komödie
Regie: Pierre Pinaud
Drehbuch: Pierre Pinaud
Darsteller: Karin Viard, Nicolas Duvauchelle, Nadia Barentin, Patrick Fierry, Catherine Hosmalin, Jean-Noel Brouté, Dani, Francois Bureloup, Élise Otzenberger, Adèle Bonduelle, Ariane Pirie

Mélina (Karin Viard) führt ein Doppelleben: Mit 40 Jahren ist sie die bekannteste Stimme Frankreichs. Als Radiomoderatorin ist sie spätabends auf Sendung und Vertraute sowie Freundin für Tausende. Privat allerdings vermeidet sie jeglichen Kontakt mit anderen Menschen. So kennt zwar jeder ihre Stimme, aber niemand ihr Gesicht. 

Was Mélina antreibt, ist die Suche nach ihrer Mutter, von der sie als Kleinkind verlassen worden ist. Und endlich bekommt sie den entscheidenden Hinweis: Ihre Mutter Joelle (Nadia Barentin) wohnt mit ihrer Familie ganz in der Nähe. Sofort macht Mélina sich auf den Weg, schleicht um Joelles Haus herum, unentschlossen, aber doch wie magisch angezogen. Durch einen Zufall wird sie in ihr Haus eingeladen und findet sich plötzlich mitten im turbulenten Leben ihrer Mutter wieder. Wird Joelle sie erkennen und die Tochter die Mutter wiederfinden?

Kritik

Ihre Stimme kennt in Frankreich jeder, doch die Person dahinter bleibt im Verborgenen. Wer ist diese Person, die allabendlich Beziehungstipps über den Äther verbreitet? Regisseur Pierre Pinaud stellt sie uns als beziehungsunfähige Person dar, die einzig von der Suche nach ihrer Mutter angetrieben wird. Geschickt mischt Pinaud verschiedene Genres – ob Drama, Komödie oder doch Liebesfilm – so richtig entscheiden mag er sich nicht. Was bei anderen Filmen meist zu einer gewissen Unausgegorenheit führt, funktioniert hier erstaunlicherweise. Der Film muss sich nicht entscheiden – er ist einfach alles in einem. Das führt dazu, dass der Zuschauer gespannt die Geschichte verfolgt und amüsiert zusieht, wie die luxusverwöhnte Oberschicht auf die normale Arbeiterschicht trifft, die steril designte Umgebung auf das farbenfrohe Leben, oder die Neurosen einer 40-jährigen auf die Bodenständigkeit der Mutter. Wenn die Hauptperson am Ende die Mutter bei Androhung der Abschaltung der Sauerstoffzufuhr dazu bringen will, ihr zu sagen, dass sie sie liebt, dann entbehrt das nicht nur einer gewissen Komik – nein es lässt auch erahnen, dass  Mélina langsam aber sicher beginnt, zu sich selbst zu finden und ihren Panzer abzustoßen.

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