Nordstrand

Kinostart: 23.01.2014

OT: Nordstrand (Deutschland 2013)
Länge: 93 Minuten
Genre: Drama
Regie: Florian Eichinger
Drehbuch: Florian Eichinger
Darsteller: Daniel Michel, Martin Schleiß, Luise Berndt, Anna Thalbach, Rainer Wöss, Martina Krauel, William Boer, Louis Lex, Lennart Bartels, Jan Wasmuth
Cornelia Assmann-Schäfer gefällt dieser Artikel

Marten, 30, (Martin Schleiß) und sein Bruder Volker, 27, (Daniel Michel) treffen im verlassenen Elternhaus an der Nordsee zum ersten Mal nach langer Zeit wieder aufeinander. Ihre Mutter soll demnächst aus der Haft entlassen werden, wo sie seit dem Tod des Vaters sitzt, und Marten möchte seinen jüngeren Bruder Volker dazu bewegen, sie gemeinsam abzuholen. Doch der will von einem familiären Neuanfang nichts wissen, er scheint nur gekommen zu sein, um das Haus zu verkaufen. Seiner Mutter wirft er bis heute vor, dass sie nicht in der Lage war, ihn als Kind vor den Übergriffen des Vaters zu beschützen. Und mit Marten, der sich als älterer Bruder mitschuldig an den damaligen Ereignissen fühlt, treibt Volker offenbar ein seltsames Spiel…

Kritik

Obwohl Florian Eichinger mit NORDSTRAND erst seinen zweiten Film vorlegt, scheint es, als ob er bereits sämtliche Mechanismen des Filmemachens beherrscht. Routiniert, subtil und im Stile eines Kammerspiels bietet er uns einen Einblick in die Folgen familiärer Gewalt. Jeder hat hier sein Päckchen zu tragen – ob nun der jüngere Bruder, der als Kind regelmässig Opfer der väterlichen Gewaltausbrüche wurde, oder ältere Bruder, der sich noch heute mit dem schlechten Gewissen plagt, weil er seinem Bruder aus Angst nicht zur Seite stand.

Eichinger analysiert ganz behutsam die Seelen der beiden Brüder und nimmt sich die notwendige Zeit, um die Rollen zu verteilen. Wer ist Opfer, wer trägt Verantwortung oder gar Schuld an den Geschehnissen? Bemerkenswert an NORDSTRAND ist jedoch, dass es Eichinger gelingt, sämtliche Klischees gekonnt zu umschiffen. Das macht den Film zu einer echten Perle des deutschen Kinos.

Sicherlich ist NORDSTRAND keine leichte Kost, aber da der Film die häusliche Gewalt weder verharmlost, noch verteufelt, sondern dem Zuschauer die Möglichkeit gibt, sich selbst ein Bild und eine Meinung zu verschaffen, sollte jeder Cineast diesem eindrucksvollen Werk seine Aufmerksamkeit schenken.

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Filmplakat

Neustarts am 23.01.2014

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