Müll im Garten Eden

Kinostart: 06.12.2012

OT: Müll im Garten Eden (Deutschland 2012)
Länge: 98 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin

Çamburnu ist ein kleines Bergdorf im Nordosten der Türkei. Dank des mild-feuchten Klimas des Schwarzen Meeres leben die Bewohner seit Generationen vom Teeanbau, von der Fischerei und im Einklang mit der Natur. Doch die Idylle ist gefährdet, als die Regierung vor zehn Jahren den Beschluss fasst, direkt oberhalb des Dorfes eine Mülldeponie zu bauen. Trotz der Proteste des Bürgermeisters und der Dorfbewohner entsteht eine Anlage, die wichtige Sicherheits- und Baustandards nicht erfüllt und fortan durch Unfälle und Havarien kontinuierlich die Umwelt verschmutzt. Die Luft ist verpestet, das Grundwasser verseucht, in der alljährlichen Regenzeit spült das Wasser den Müll die Abhänge herunter, Vogelschwärme und streunende Hunde belagern das Dorf. Den Teebauern, deren Plantagen unterhalb der Deponie liegen, ist die Lebensgrundlage genommen. Die Folgen sind verheerend und für jeden sichtbar und dennoch werden täglich weitere Tonnen Müll in die Deponie gefahren.

Kritik

Fatih Akin hat bereits viele erfolgreiche Filme gedreht – GEGEN DIE WAND, SOUL KITCHEN oder CROSSING THE BRIDGE, um nur einige zu nennen. Mit MÜLL IM GARTEN EDEN begibt er sich auf das Terrain des Dokumentarfilms und zeigt damit leider, dass ihm dieses Genre überhaupt nicht liegt. Viel zu teilnahmslos wird einfach nur die Kamera auf die Geschehnisse gehalten und am Ende alles zu einem Film zusammengeschnitten. Warum es überhaupt keinen Erzähler gibt, der die Zusammenhänge erklärt und die einzelnen Protagonisten miteinander verbindet, ist mir persönlich schleierhaft. So verliert man als Zuschauer nach einer Weile die Übersicht, wer hier wer ist und warum welche Entscheidungen getroffen hat.

Dabei ist die Geschichte, die hier erzählt wird, eine schier unglaubliche Angelegenheit und verdient es durchaus, dass darauf im Kino aufmerksam gemacht wird. Aber dafür, dass das Ganze für Akin eine persönliche Angelegenheit ist – schließlich findet das Ganze in seiner Heimatdort seiner Großeltern statt –, gibt sich der Film erstaunlich teilnahmslos. Schade eigentlich. Wirklich schade.

Bildergalerie

Trailer

httpvh://youtu.be/pocwXHNSWYs

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