Mathilde

Kinostart: 02.11.2017

OT: Matilda (Russland 2017)
Länge: 110 Minuten
Genre: Drama / Historie
Regie: Alexey Uchitel
Drehbuch: Alexander Terekhov
Darsteller: Lars Eidinger, Michalina Olszanska, Luise Wolfram, Danila Koslowski, Sarah Stern, Grigory Dobrygin, Ingeborga Dapkunaite, Thomas Ostermeier
Verleih: Kinostar Filmverleih GmbH
Mathias Wagner, Claudia-Janet Kaller gefällt dieser Artikel

Nikolaus ist der zukünftige Erbe des russischen Throns. Mathilde eine weltbekannte Ballerina. Ihre flüchtige Affäre steigert sich zu einer stürmischen Romanze, die bei Hofe missbilligt wird. Ihr unbeschwertes Glück hätte ewig andauern können, wenn nicht der vorzeitige Tod von Nikolaus’ Vater seine Krönung und die Heirat mit Alix von Hessen aus Gründen der Staatsräson notwendig gemacht hätten. Seine Zukunft liegt in der Verantwortung für sein Volk, dessen Zar und Beschützer er ist. Die stürmische Leidenschaft von Nikolaus und Mathilde hätte die russische Geschichte verändern können. Ihre Liebe wurde zur Legende. 

Kritik

Kaum zu glauben, aber für die Rolle des russischen Zaren Nikolaus in MATHILDE lernte Lars Eidinger extra russisch. Was für ein Aufwand…

Auf dem Filmfest Hamburg stellte Eichinger den Film zusammen mit dem Regisseur Alexey Uchitel erstmals dem deutschen Publikum vor, der in Russland bereits im Vorfeld für extreme Diskussionen geführt hat. Allein die Tatsache, dass ein deutscher Schauspieler die Rolle des Zaren spielt, sorgt für allerlei Sprengstoff. So bezeichnete eine Duma-Abgenordnete Lars Eidinger beispielsweise als „Porno-Darsteller“ und setzte eine Art Kopfgeld auf ihn aus – offenbar unwissen, dass Eidinger zweifelsohne zu den besten Schauspielern unseres Landes zählt. 

Wenn man den Film gesehen hat, sind diese ganzen Diskussionen und Drohungen noch unverständlicher, denn bei MATHILDE handelt es sich lediglich um eine (verbotene) Romanze zweier Menschen, von denen einer zufällig der zukünftige Zar Russlands ist. Uchitel vermeidet es nämlich, irgendwelche politischen Botschaften von sich zu geben, sondern erzählt lieber die Geschichte einer großen Liebe, die die widrigsten Umstände umschiffen muss.

Eigentlich ist der Film eher ein „kitschige“ Romanze, wäre da nicht die schier unglaubliche Bilderflut, die auf den Zuschauer hereinprasselt. Eindrucksvolle Sets mit Hunderten von Statisten, imposante Drehorte – all das auf einer großen Leinwand zu sehen, ist mehr als überwältigend. 

Nach der Premiere im Hamburger Passage Kino berichtete Eidinger dann zudem von äußerst seltsamen Dreharbeiten, bei denen ständig irgendwelche angeblich wichtigen Menschen auftauchten, die sich mit ihm fotografieren lassen wollten. Doch Eidinger war das Ganze nicht geheuer, und da im zumeist niemand genau sagen konnte, um wen es sich eigentlich handelt, verschanzte er sich immer häufiger in seinem Trailer und ließ sich verleugnen. Er war halt immer darauf bedacht, was ein Foto mit irgendeinem „bösen“ Menschen später auslösen könnte. Die Frage „Wie konntest Du dich mit solch einem Menschen fotografieren lassen“ wollte er im Nachhinein – verständlicherweise – um alles in der Welt vermeiden. 

MATHILDE ist eine im Prinzip recht einfach gehaltene Geschichte, die aber durch ihre imposante Ausstattung und die ganzen Geschehnisse „hinter den den Kulissen“ extrem interessant und sehenswert ist.

Bildergalerie

Trailer

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Filmplakat

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