Jurassic World

Kinostart: 11.06.2015

OT: Jurassic World (USA 2015)
Länge: 125 Minuten
Genre: Abenteuer / Fantasy
Regie: Colin Trevorrow
Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Derek Connolly, Colin Trevorrow
Darsteller:

Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Ty Simpkins, Nick Robinson, Vincent D ́Onofrio, Judy Greer, BD Wong, Omar Sy, Jake Johnson, Irrfan Khan, Katie McGrath, Lauren Lapkus

Tim B. Ukena, Kathrin Ohm gefällt dieser Artikel

Der Traum von John Hammond hat sich erfüllt: Ein Themenpark mit echten Dinosauriern ist Wirklichkeit geworden. Doch die Ruhe täuscht. Denn in den Wäldern lauert ein unbekannter Saurier, der aus den Laboren des Parks stammt. Das aus dem Ruder laufende Ergebnis eines Gen-Experiments droht den idyllischen Abenteuerpark in ein unfassbares Schlachtfeld zu verwandeln. 

Kritik

„Sind die Dinos von der Leine, gibt es nur noch Langeweile.“ Okay, das war jetzt ein ziemlich schlechter Kalauer, aber dafür passt es zur heutigen Kritik von JURASSIC WORLD. Denn dieser ist leider in beinahe allen Punkten eine herbe Enttäuschung.

22 Jahre ist es her, dass Steven Spielberg die Dinos erstmals auf die Leinwand schickte. Damals waren die Special Effects darin bahnbrechend und die Szene im Jeep, bei der man nur durch das Sounddesign und ein vibrierendes Glas Wasser die mächtigen Schritten des sich nähernden Dinosauriers erahnt, ganz großes Kino. Ein knappes Vierteljahrhundert ist davon nicht allzu viel übrig geblieben.

JURASSIC WORLD konzentriert sich im Großen und Ganzen darauf, den besten Szenen des Originals nachzueifern und muss dabei kläglich scheitern. Schon die Special Effects wirken – zum Glück nur stellenweise – doch sehr künstlich. Beim ersten Blick über den Freizeitpark wird man als regelmässiger Kinogänger das Gefühl nicht los, dass davon eigentlich nichts real ist. So etwas bekommt man im Jahre 2015 wesentlich besser hin.

Bereits vor Kurzem kritisierte Joss Whedon, dass die Figuren einen Sexismus wie in den 70er Jahren versprühen. Dem widersprach der Regisseur Colin Treverrow und behauptete, dass man so etwas schlecht an einem zweiminütigen Clip festmachen könne. Doch leider muss Whedon Recht behalten, denn von einem modernen Frauenbild ist Jurassic World leider meilenweit entfernt. Die Hauptfigur des Films, gespielt von Bryce Dallas Howard, ist eine karriereorientierte, kinderlose Xanthippe, die sich einfach mal entspannen muss, flachgelegt werden muss und deren mütterliche Instinkte geweckt werden müssen. Solch ein Frauenbild ist in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr notwendig.

Auch Chris Pratt weiss in seiner Rolle wenig zu überzeugen. Während er in GUARDIANS OF THE GALAXY noch wunderbar alle möglichen Macho-Stereotypen aufs Korn genommen hat, ist er hier genau der selbstgefällige, spöttische Angeber, mit der sich eine Hauptfigur im Jahre 2015 eigentlich nicht mehr einlassen sollte.

Selbstverständlich setzt auch JURASSIC WORLD auf zwei Kinderdarsteller, um die ganze Katastrophe auch auf familiärer Ebene spielen zu lassen. Allerdings wirken die beiden Darsteller hier so blass wie zwei seelenlose Figuren, die mit ihrer eigenen Dummheit die Probleme anziehen. Das ist allerdings vermutlich weniger den Darstellern, als dem Drehbuch zuzuschreiben. Dieses gibt ihnen nämlich genau null Möglichkeiten, zu zeigen, was in ihnen steckt.

Doch auch die Sidekicks sind nicht mehr vom Schlage eines Jeff Goldblums oder eines Richard Attenboroughs. Hier haben wir es lediglich mit einem britischen Praktikanten, einem langweiligen indischen Unternehmer, sowie einem französisch-afrikanischen Typen (Omar Sy), an dem der Film jedoch ziemlich schnell sein Interesse verliert.

So bleiben alle Charaktere unglaublich eindimensional, was dazu führt, dass der Zuschauer den Figuren gegenüber im Verlauf es Films immer gleichgültiger agiert. Ach ja, und bevor ich es vergesse: Die 3D-Effekte sind natürlich auch hier wieder einmal komplett überflüssig.

Man fragt sich am Ende leider wirklich, warum diese Fortsetzung überhaupt erforderlich war. Schließlich hat gerade erst MAD MAX gezeigt, wie man einen Klassiker erfolgreich in die heutige Zeit transportiert. Hätten sich die Macher von Jurassic Park davon mal eine Scheibe abgeschnitten, dann wäre uns vielleicht dieses „Machwerk“ erspart geblieben.

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Filmplakat

Neustarts am 11.06.2015

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