Ich darf nicht schlafen

Kinostart: 13.11.2014

OT: Before I Go To Sleep (USA / Großbritannien / Frankreich / Schweden 2014)
Länge: 92 Minuten
Genre: Thriller
Regie: Rowan Joffé
Drehbuch: Rowan Joffé
Darsteller: Nicole Kidman, Colin Firth, Marc Strong, Anne-Marie Duff
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Nichts in ihrer Umgebung ist ihr vertraut: Christine Lucas (Nicole Kidman) erwacht jeden Tag verängstigt und verwirrt. Sie schläft neben einem Mann, der sagt, er sei ihr Ehemann, in einem Haus, von dem er sagt, es gehöre ihnen. Sie hält sich für eine alleinstehende Frau Mitte zwanzig, doch in Wirklichkeit ist sie verheiratet und vierzig Jahre alt. Christine leidet an psychogener Amnesie, bedingt durch einen traumatischen Unfall. Sie erinnert sich an nichts aus ihrer näheren Vergangenheit – auch nicht an den Unfall selbst oder ihre Ehe mit Ben (Colin Firth). 

Ben muss ihr jeden Tag wieder sagen, wer er ist, und von ihrem gemeinsamen Leben erzählen. Er klärt sie über den Autounfall Jahre zuvor auf und dass sie deshalb ihr Gedächtnis verloren hat. Sie kann sich an die Informationen des jeweiligen Tages erinnern, doch jede Nacht, wenn sie schläft, ist alles, was sie über sich selbst, ihr Leben und über die Ursache ihres Zustands gelernt hat, wieder verschwunden.

Eines Tages bekommt sie einen Anruf von Dr. Nash (Mark Strong), einem Neuropsychologen, der sich auf ihre Krankheit spezialisiert hat. Er erzählt ihr, dass sie – ohne Bens Wissen – zusammenarbeiten, um ihr Gedächtnis wiederherzustellen. Er erklärt ihr, dass sie keinen gewöhnlichen Unfall hatte, sondern nach einem brutalen Angriff für tot gehalten und zurückgelassen wurde. Von Dr. Nash erhält Christine eine Videokamera, mit der er sie auffordert, ein Videotagebuch zu führen und damit die Informationen festzuhalten, die sie täglich über ihre Vergangenheit lernt.

Allmählich fügen sich für Christine neue erschreckende Wahrheiten zusammen, die sie dazu zwingen, alles infrage zu stellen, was sie bisher über ihr Leben dachte: Sagt mir Ben wirklich die Wahrheit über das, was passiert ist? Was sind Dr. Nashs wahre Absichten? Was für Geheimnisse habe ich selbst? Wer hat mich in dieser Nacht angegriffen? Und plötzlich dreht sich ihr Dasein nur um eine einzige alles beherrschende Frage: Wem kann sie vertrauen?

Kritik

Man merkt deutlich, dass sich Regisseur Rowan Joffé von Christopher Nolans Meisterwerk MEMENTO hat inspirieren lassen. Dessen Tiefe erreicht er jedoch leider nicht. Das bedeutet hingegen nicht, dass ICH DARF NICHT SCHLAFEN ein schlechter Film ist – im Gegenteil. Nicole Kidman legt hier endlich wieder einmal eine beeindruckende Leistung vor und sorgt dafür, dass der Film nicht untergeht. Wer sich davon „blenden“ lässt, dem gelingt es vielleicht auch, kleine, aber eigentlich extrem unschöne Details auszublenden, die die Logik stören. So ist es unerklärlich, warum Kidman in ihrer Rolle nicht in der Lage ist, grundlegende Dinge über ihren Unfall bei der Polizei selbst in Erfahrung zu bringen. Schließlich ist sie in ihrem Haus alles andere als eingesperrt.

Ein wenig erinnert ICH DARF NICHT SCHLAFEN auch an David Finchers GONE GIRL, denn in beiden Filmen ist nichts so, wie es anfangs scheint. Fincher schlägt aus diesem Aspekt allerdings wesentlich mehr Potential. So bleibt ICH DARF NICHT SCHLAFEN zwar ein guter, solider Thriller, dem ein wenig mehr prüfende Drehbuch-Leser vor dem Dreh nicht geschadet hätten.

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