Happy Burnout

Kinostart: 27.04.2017

OT: Happy Burnout (Deutschland 2016)
Länge: 102 Minuten
Genre: Komödie
Regie: André Erkau
Drehbuch: Gernot Gricksch
Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Anke Engelke, Julia Koschitz, Michael Wittenborn, Kostja Ullmann, Torben Liebrecht, Ulrike Krumbiegel, Victoria Trauttmansdorff

Alt-Punk Fussel (Wotan Wilke Möhring) ist Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer aus Überzeugung. Arbeit? Nicht mit ihm. Er lässt es lieber ruhig angehen, hat immer einen Spruch parat und wickelt mit seinem jungenhaften Charme die Bekanntschaft vom Supermarkt genauso um den Finger wie Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff), seine Sachbearbeiterin im Arbeitsamt. Sie ist ihm verfallen und unterstützt seine Zurückhaltung bei der Arbeitssuche – bis eine interne Prüfung sie zwingt, aktiv zu werden. Zu einem Job lässt Fussel sich nicht überreden, daher vermittelt sie ihm etwas anderes: ein Arbeitsunfähigkeits-Attest, Diagnose Burnout, samt Therapie in einer stationären Klinik. 

So findet sich Chaot Fussel plötzlich zwischen echten Ausgebrannten wieder, den Gestrandeten einer Gesellschaft im Effizienzwahn. Mit seiner unorthodoxen Art mischt Fussel den Klinikalltag mitsamt der Therapeutin und Psychologin Alexandra (Anke Engelke) gehörig auf, bringt aber auch frischen Wind in den Laden. Und den können seine neuen Mitbewohner – der lebensmüde Sonnenstudiobesitzer Günther (Michael Wittenborn), der cholerische Kinder-Entertainer Datty (Kostja Ullmann), die überforderte Hausfrau und Mutter Merle (Julia Koschitz) und der Geschäftsmann Anatol (Torben Liebrecht) – auch mehr als gebrauchen.

Doch je besser er sie kennenlernt, desto mehr beginnt selbst Fussel, über sich nachzudenken. Bis irgendwann gar nicht mehr so klar ist, wer hier eigentlich wen therapiert, wer wirklich Hilfe braucht und worum es am Ende des Tages tatsächlich geht. In der Therapie. Und im echten Leben.

Kritik

Nach DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE trifft das Dreamteam aus Regisseur André Erkau, Drehbuchautor Gernot Gricksch und Hauptdarsteller Wotan Wilke Möhring erneut auf einander. Aber kann HAPPY BURNOUT an die Qualitäten des Vorgängers anschließen?

Böse Zungen könnten behaupten, dass HAPPY BURNOUT sehr vorhersehbar ist und eigentlich nur mit Klischees spielt. Das mag ja vielleicht in einem gewissen Maße korrekt sein, gerät aber ziemlich schnell in Vergessenheit, wenn man erkennt, mit wie viel Liebe die Darsteller ihre Rollen ausfüllen. Allen voran natürlich Woran Wilke Möhring, dem die Rolle des Alt-Punks wie die Faust aufs Auge passt. 

Auf die Idee, erneut zusammen zu arbeiten, kam man bereits im April 2013, als DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE sich sowohl bei Kritikern, als auch beim Publikum als Überraschungserfolg erwies. Irgendwann war dann die Idee über eine Burnout-Komödie entstanden und nun sehen wir da Ergebnis in den Kinos. Dem Film gelingt dabei die entscheidende Balance zwischen Komik und Tragik. Außerdem lässt er das Syndrom „Burnout“ nicht als Modeerscheinung darstellen und macht keine Witze über Menschen, die an einem Burnout leiden. Dieser menschliche Aspekt ist es dann auch, der den Zuschauer über die Vorhersehbarkeit hinweg schauen lässt. 

Auch wenn DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE wesentlich mehr emotionalen Tiefgang hatte, macht das HAPPY BURNOUT nicht automatisch zu einem schlechteren Film. Im Gegenteil. 

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Filmplakat

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