Hail, Caesar

Kinostart: 18.02.2016

OT: Hail, Caesar (USA / Großbritannien 2015)
Länge: 103 Minuten
Genre: Komödie
Regie: Joel Coen & Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen & Ethan Coen
Darsteller: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Frances McDormand, Tilda Swinton, Channing Tatum
Franzi Baumheier, Der Filmaffe, Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Ein Tag im Leben eines „Problemlösers“ (Josh Brolin), der für ein Filmstudio arbeitet – es ist natürlich jener Tag, an dem alles, was schiefgehen kann, schiefgeht und die Probleme von allen Seiten nur so auf ihn einprasseln. Doch sein Bemühen darum, alles auf Spur zu halten, scheint den außergewöhnlichsten Situationen gegenüberzustehen. 

Kritik

Ich muss gestehen: Immer, wenn sich ein neuer Film der Coen-Brüder anbahnt, bekomme ich das Gefühl von Vodka-Ahoi im Bauch. Wenn sich dem geneigten Filmfreak nach Streifen wie „O Brother, Where Art Thou?“, „The Big Lebowski“ oder „Burn After Reading“ noch immer die Genialität einer Coenschen Komödie verschließt, dann hat er nicht mehr alle Latten am Zaun. Subtile Schrägheit, ohne albern zu wirken und eine amerikanisch-Loriot-eske Verschrobenheit paaren sich meist mit der glücklicherweise fehlenden Scheu vor krasser Überzeichnung. Auch wenn letzteres bei HAIL, CAESAR! Ein klein wenig fehlt, so erwartet einen doch ein köstlicher Streifen über die Traumfabrik Hollywood, die in den 50er Jahren gerade zu ihrer Pracht heranreift.

Josh Brolin in der Hauptrolle des „Problemlösers“ passt wie die Faust aufs Auge, obwohl man, nach Filmen wie „Oldboy“, „True Grit“ oder „Planet Terror“, zunächst damit rechnet, dass er im nächsten Moment irgendjemandem die Kniescheiben zertrümmert. Gespickt mit den weiteren typischen Coen-Stars wie George Clooney, Tilda Swinton (sogar in einer Doppelrolle) und (natürlich – wenn auch nur in einer sympathisch winzigen Rolle) Frances McDormand, erzählt HAIL, CAESAR! mit weiteren Mimen wie Ralph Fiennes, Scarlett Johansson und Channing Tatum, wie ein herrlich chaotischer Tag in Hollywood ausgesehen haben mag. Mit all seinen Irrungen, Wirrungen, Strippenziehereien im Hintergrund, Allüren der „Stars“ (die oftmals nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen sind) erlebt der Zuschauer eine Industrie, die zwar stark romantisiert wird, aber im Kern grundkapitalistisch und auf Massenfertigung ausgelegt ist. Und wie wir ja wissen, sind am Ende sowieso die Kommunisten schuld.

Eines sollte man von vornherein wissen: HAIL, CAESAR! ist einer der ruhigeren Coen-Filme. Blutige Szenarien oder gefährliche Charaktere bleiben aus, an deren Stelle tritt jedoch ein blendend ulkiges Ensemble von komödiantischen schauspielerischen Leistungen. Oder wie George Clooney neulich in einem Interview einmal sagte: „Immer, wenn ich für einen Coen-Film zusage, endet es damit, dass ich den Idioten spiele.“ Kurzweilig, chaotisch und mit viel amerikanischem 50er Jahre-Weichzeichner kommt HAIL, CAESAR! daher, was einen auf die Länge vielleicht nicht genug mitreißt. Doch nach wie vor ist es wie immer ein Vergnügen, hervorragende Schauspieler herausragend schlechte Schauspieler spielen zu sehen.

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