Göttliche Lage

Kinostart: 21.08.2014

OT: Göttliche Lage (Deutschland 2014)
Länge: 104 Minuten
Genre: Dokumentation
Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken
Drehbuch: Ulrike Franke, Michael Loeken

Februar 2008, Dortmund-Hörde, eine Stadt im Ruhrgebiet, bis April 2001 einer der wichtigsten Stahlstandorte der Welt. Das riesige Gelände des Stahlwerkes Phoenix-Ost, das heute aussieht wie eine Mondlandschaft, soll in etwa zwei Jahren ein See sein, mit einer Marina und einer Piazza, die die Menschen aufatmen lassen. In hochwertigen Häusern und Bürogebäuden werden sie direkt am Wasser wohnen und arbeiten. 

Ulrike Franke und Michael Loeken begleiten diesen Prozess in ihrer Langzeitdokumentation GÖTTLICHE LAGE von den ersten Sitzungen der Projektentwickler bis zur feierlichen Eröffnung und darüber hinaus. Über fünf Jahre sollen letztlich vergehen, bis das einstige Stahlwerk einem See gewichen ist. Planer und Anwohner, Visionäre und Zweifler werden zu Gewinnern und Verlierern des gesellschaftlichen Fortschritts.

Kritik

Mitunter muss man als Filmkritiker auch einmal Abstand nehmen von großen Hollywood-Blockbustern oder französischen Feelgood-Komödien. Was wäre da nicht naheliegender, als ein Dokumentarfilm über ein Großbauprojekt im Ruhrpott. Ulrike Franke und Michael Loeken haben den Bau des Sees und der ihn umgebenden Bebauung von der Planung bis zur Einweihung durch keinen Geringeren als Larry Hagmann begleitet. Das ist soweit auch in einem gewissen Maße interessant, doch letztendlich krankt diese Dokumentation an den gleichen Symptomen, wie viele andere Vertreter des Genres in den vergangenen Jahren: Die Macher des Werkes setzen sehr oft beim Zuschauer zu viel voraus und beleuchten dadurch zu wenig. Für einen Zuschauer aus Hamburg wäre es schlicht und ergreifend einmal interessant, den Ort des Geschehens – und wenn auch nur kurz – auf einer Karte zu sehen. Dann könnte man besser verstehen, ob dieser neu entworfene See mitten im Ruhrgebiet liegt oder vielleicht nur am Rande.

Letztendlich bleibt von dem gesamten Thema am Ende nur die Erkenntnis zurück, dass es eigentlich in jeder Stadt oder an jedem Ort relativ ähnliche Probleme gibt, wenn die öffentliche Hand Großbauprojekte plant und ausführt. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um den Phoenix-See oder die Elbphilharmonie handelt, mit Ruhm bekleckert sich dabei wahrhaftig niemand.

Zum Schmunzeln regt dabei durchaus an, dass die Planer des Phoenix-Sees offenbar im Vorweg nie daran gedacht haben, dass ein solcher Ort vielleicht auch einmal von diversen Wasservögeln bevorzugt wird. Absurd wird es, wenn die Stadtplaner überlegen, wie sie eben diese wieder loswerden können, da Enten ja nun wirklich nicht auf und an einen See gehören. Es lebe das Bürokratie-Deutschland!

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