Filmfest Hamburg 2015 – Tag 1

Der erste Tag des Filmfest Hamburg 2015 beginnt mit einem Interview mit Jaco van Dormael, gefolgt von den drei Filmen THE END OF THE TOUR, ALL INCLUSIVE und THE HERE AFTER. 

Wenn die eigene Stadt ganz im Zeichen des Films steht, dann ist Oktober und somit die Zeit für das Filmfest Hamburg gekommen. Wieder einmal haben Festivalleiter Albert Wiederspiel und sein Team um Kathrin Kohlstedde und Jens Geiger ein eindrucksvolles Programm zusammengestellt – und mit dem Eröffnungsfilm DAS BRANDNEUE TESTAMENT erneut ihr Händchen für gute Film bewiesen.

Direkt nach der tollen Eröffnung durfte ich den belgischen Regisseur Jaco van Dormael zum interview treffen. Das Ergebnis gibt es hier zum nachlesen. Im Anschluss standen dann die ersten drei Filme auf dem Plan.

The-End-of-the-Tour

THE END OF THE TOUR

USA 2015 | 106 min | Farbe | Sektion: Transatlantik

Regie: James Ponsoldt
Drehbuch: Donald Margulies
Darsteller: Jesse Eisenberg, Jason Segel, Anna Chlumsky, Joan Cusack, Mamie Gummer, Mickey Sumner

1996, kurz nach dem Erscheinen seines Kultromans „Unendlicher Spaß“ bricht David Foster Wallace (Jason Segel) zu einer fünftägigen Promotiontour durch die USA auf. Der Journalist David Lipsky (Jesse Eisenberg) begleitet den gefeierten Schriftsteller, um ein Porträt über ihn für den „Rolling Stone“ zu schreiben. Zwischen beiden Männern entwickelt sich zögernd eine fast freundschaftliche Verbindung. Sie lachen zusammen, gestehen sich verborgene Schwächen ein, sprechen über Filme, Musik und Popkultur. Lipsky zeichnet die Gespräche auf, doch die Bänder werden nie veröffentlicht.

Gleich mit dem ersten Film werde ich nicht so recht warm. Vielleicht erwarte ich zu viel? Vielleicht sogar zu wenig? Egal, denn der einzige Eindruck, der mir bei diesem Film bleibt, sind ständig labernde (Pseudo-) Intellektuelle in Dauerschleife. Das war leider nichts für meinen Filmgeschmack. (2,5/5)

 

All-Inclusive

ALL INCLUSIVE

Dänemark 2014 | 89 min | Farbe | Sektion: Eurovisuell

Regie: Hella Joof
Drehbuch: Mette Heeno
Darsteller: Bodil Jørgensen, Danica Curcic, Maria Rossing, Carsten Bjørnlund

Die beiden Schwestern Sigrid und Ditte könnten kaum unterschiedlicher sein. Sigrid, die ältere, ist übersensibel und überkontrolliert, Ditte eine Chaotin, die dauernd die Namen von Sigrids Kindern vergisst. Die zwei verbringen ein paar Tage mit ihrer Mutter Lise auf Malta, um deren 60. Geburtstag zu feiern. Lise wurde gerade von ihrem Mann verlassen, und ihre beiden Töchter tun alles, um sie aufzumuntern. Das Wie ist allerdings ziemlich umstritten. Die impulsive Ditte kommt auf die Idee, Barkeeper Antonio dafür zu bezahlen, einen Abend lang mit der Mutter zu flirten. Aber aus dem Flirt wird eine heiße Affäre. Die Schwestern sind alarmiert – und rücken angesichts des zweiten Frühlings ihrer Mutter enger zusammen.

Eine Komödie voller Verwicklungen und typischer Dialog-Witze. Für den DVD-Abend sicherlich in Ordnung, aber so richtig will der Funkt nicht über springen. Zu oft hat man genau diese Geschichten bereits auf der Leinwand gesehen. (3/5)

 

The-Here-After

THE HERE AFTER

Schweden, Polen, Frankreich 2015 | 100 min | Farbe | Sektion: Kaleidoskop

Regie: Magnus von Horn
Drehbuch: Magnus von Horn
Darsteller: Ulrik Munther, Mats Blomgren, Wieslaw Komasa, Alexander Nordgren, Loa Ek, Ellen Jelinek

John hat seine Gefängnisstrafe abgesessen und will noch einmal von vorne anfangen. Doch schon auf der langen Fahrt vom Knast zur Farm seiner Familie sind die Spannungen zwischen ihm und seinem Vater greifbar. Und auch die Dorfgemeinschaft ist keineswegs begeistert über die Rückkehr des jungen Mannes. Seine Tat ist weder vergessen noch vergeben. Er wird angefeindet, Mitschüler grenzen ihn aus, bald fliegen Steine. Eine Lynchmob-Stimmung macht sich breit. Und in John bauen sich dieselben Aggressionen auf, die ihn ins Gefängnis gebracht haben. Unfähig, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen, schlägt er zurück.

THE HERE AFTER ist wirklich keine einfache Kost. Ein knallhart und minimalistisch erzähltes Drama mit wirklich beeindruckenden Darstellern, das aber leider auch ein wenig zäh erzählt ist. (3/5)

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