Ein Kuss von Béatrice

Kinostart: 08.06.2017

OT: Sage Femme (Frankreich 2017)
Länge: 117 Minuten
Genre: Drama
Regie: Martin Provost
Drehbuch: Martin Provost
Darsteller: Catherine Deneuve, Catherine Frot, Olivier Gourmet, Quentin Dolmaire, Mylene Demongeot
Cornelia Pracht, Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Von einem Tag auf den anderen steht Claires (Catherine Frot) Leben auf dem Kopf. Die Klinik, in der sie seit Jahren mit Leib und Seele als Hebamme arbeitet, schließt. Claires einziger Sohn eröffnet ihr, dass er Vater wird und sein Medizinstudium abbricht. Dann verliebt sie sich noch in Paul (Olivier Gourmet), den humorvollen Nachbarn aus der Kleingartenkolonie. Und als wäre das alles noch nicht genug, platzt Béatrice (Catherine Deneuve) in ihr Leben. Béatrice ist die ehemalige Geliebte ihres verstorbenen Vaters und genau das Gegenteil der gewissenhaften und zurückhaltenden Claire. Sie ist extravagant, laut, egoistisch und lebenslustig: Welten prallen auf einander. Doch Béatrice wäre nicht Béatrice, wenn sie nicht auch noch ein paar Überraschungen auf Lager hätte. Überraschungen, die Claires Leben für immer verändern…

Kritik

Filme mit der Grand Dame des französischen Kinos sind eigentlich immer ein Garant für einen lohnenden Kinobesuch. Das ist in EIN KUSS VON BEATRICE nicht anders. Dabei bietet der Film von Martin Provost noch so viel mehr…

Die wunderbare Catherine Deneuve auf der Leinwand zu sehen, ist eigentlich immer ein Genuss. Oder kann sich sich irgendwer an einen schlechten Film mit ihr erinnern? Richtig. 

In EIN KUSS VON BÉATRICE haben wir sogar gleich mit zwei Catherines zu tun, die wir in Zukunft gerne öfter zusammen auf der Leinwand sehen möchten. Catherine Frot spielt neben La Deneuve die zweite Hauptrolle und weiß darin mehr als zu überzeugen. Ihr Leben läuft in geregelten Bahnen, wäre da nicht die sich anbahnende Schließung ihrer Entbindungsklinik – und natürlich all die anderen Probleme, die sich plötzlich und zur gleichen Zeit ereignen. Normalerweise würde eine Figur wie die von Frot gespielte Claire vermutlich daran zugrunde gehen, aber gerade der Kontakt zur lebenslustigen und unkonventionellen Béatrice öffnet ihr die Augen. 

Das Besondere an EIN KUSS VON BÉATRICE ist jedoch, dass es dem Regisseur Martin Provost ganz unterschwellig gelingt, die auch Frankreich vorherrschende Hebammen-Krise zu thematisieren. Ohne Holzhammer und äußerst subtil kritisiert Provost den Trend, einzelne Hebammen durch riesige Entbindungskliniken zu ersetzen. Diese Tatsache in Verbindung mit den wunderbaren Darstellerinnen macht EIN KUSS VON BÉATRICE zu einem ganz wundervollen Film! 

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Filmplakat

Neustarts am 08.06.2017

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