Ein Dorf sieht schwarz

Kinostart: 20.04.2017

OT: Bienvenue á Marly-Gomont (Frankreich 2016)
Länge: 94 Minuten
Genre: Komödie
Regie: Julien Rambaldi
Drehbuch: Kamini Zantoko, Julien Rambaldi, Benoît Graffin
Darsteller: Marc Zinga, Aïssa Maïga, Bayron Lebli, Médina Diarra, Rufus, Jean-Benoït Ugeux, Jonathan Lambert
Tim B. Ukena gefällt dieser Artikel

Frankreich 1975: Seyolo Zantoko (Marc Zinga) ist Arzt und stammt aus dem Kongo. Als er einen Job in einem kleinen Kaff nördlich von Paris angeboten bekommt, beschließt er, mit seiner Familie umzuziehen. Sie erwarten Pariser Stadtleben, treffen aber auf Dorfbewohner, die zum ersten Mal in ihrem Leben einem afrikanischen Arzt begegnen und alles tun, um den „Exoten“ das Leben schwer zu machen. Aber wer mutig seine Heimat verlassen hat und einen Neuanfang in einem fremden Land wagt, lässt sich so leicht nicht unterkriegen… 

Kritik

Irgendwie klingt die Geschichte von EIN DORF SIEHT SCHWARZ recht bekannt: Eine schwarze Familie zieht in die französische Provinz und hat mit Vorurteilen zu kämpfen. Das gab es so oder so ähnlich schon einmal, trotzdem ist diese französische Komödie recht charmant geworden.

Ein wenig erinnert die Geschichte an WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS, nur dass es dieses Mal nicht um einen Pariser geht, sondern um einen farbigen Arzt. Das waren dann aber auch bereits die Gemeinsamkeiten, auch wenn man hier – zumindest in de deutschen Fassung – ein wenig mit Dialekten spielt. 

Seyolo Zantako erfährt hier die üblichen Ressentiments, wie wir sie bereits aus anderen thematisch verwandten Filmen kennen. Die Menschen auf dem Land sind Neuem gegenüber erst einmal skeptisch, vor allem, wenn sie auch noch eine fremde Hautfarbe tragen. Da fährt man lieber etliche Kilometer ins übernächste Dorf zu einem „richtigen“ Dorf. Doch mit viel Gelassenheit gelingt es Zantako, das Vertrauen der Dorfbewohner zu gewinnen. 

Eine Besonderheit des Films ist zudem die umgekehrte Blickweise, denn schließlich ist Zantakos Familie auch nicht wirklich glücklich vom Örtchen Marly-Gomont, in dem sie gelandet sind. Schließlich ist das Dorfleben hier nicht einmal ansatzweise mit der Metropole Paris zu vergleichen. So benötigen auch Seyolos Frau und seine Kinder ein wenig Zeit, um ihre Vorurteile gegenüber den Einheimischen abzubauen. 

Dass diese auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte kinotauglich ist, beweist allein die Tatsache, dass Seyolo Zantako bis zu einem tödlichen Autounfall am 30. August 2009 ein geachteter und beliebter Arzt in Marly-Gomont war. Zu seiner Beerdigung versammelte sich das ganze Dorf, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Einem, der zu ihnen gehörte und Heimat und Freunde in der Fremde fand. 

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Filmplakat

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