Dieses bescheuerte Herz

Kinostart: 21.12.2017

OT: Dieses bescheuerte Herz (Deutschland 2017)
Länge: 106 Minuten
Genre: Drama
Regie: Marc Rothemund
Drehbuch: Maggie Peren, Andi Rogenhagen
Darsteller: Elyas M‘Barek, Philip Noah Schwarz, Nadine Wrietz, Uwe Preuss, Lisa Bitter, Jürgen Tonkel, Tesha Moon Krieg, Karin Thaler, Gerhard Wittmann, Leopold Hornung, Lucas Bischoff, Sophia Schobe,r Herman van Ulzen
Verleih: Constantin Film Verleih GmbH
Silvia Besselmann gefällt dieser Artikel

Jede Nacht feiern, einen Audi R8 aus Versehen zuhause im Pool versenken, das findet Lenny (Elyas M‘Barek) ziemlich unter- haltsam. Viel mehr interessiert ihn auch nicht. Er wohnt in der Villa seines Vaters, verschwendet dessen Geld und hält sich für einen Lebenskünstler. In einer tristen Hochhaussiedlung in München, liegt der 15-jährige David (Philip Noah Schwarz) im Bett und versucht zu atmen. Seine Mutter Betty (Nadine Wrietz) muss sofort mit ihm in die Klinik. David ist seit seiner Geburt herzkrank, und ob er seinen 16. Geburtstag feiern wird, kann ihm niemand sagen. 

Diese zwei Welten prallen aufeinander, als der Vater von Lenny (Uwe Preuss), ein Herzspezialist, seinen Sohn dazu verpflichtet, sich um seinen Patienten David zu kümmern: David kennt hauptsächlich Operationssäle, Lenny kennt jeden Club in der Stadt. Um bequem davonzukommen, hilft er David vorerst bei den simplen Dingen, die der Junge unbedingt noch erleben möchte: coole Klamotten kaufen, einen Sportwagen klauen, solche Sachen. Dabei merkt er schnell, dass Davids Leben an einem seidenen Faden hängt. Das ist zu viel Verantwortung für den Lebemann Lenny. Außerdem will David jetzt Mädchen kennenlernen, sich verlieben, wie soll Lenny das organisieren? Aber da hängt er schon fest in einer Freundschaft, so ernsthaft, so intensiv, so ausgelassen, als gäbe es kein Morgen – und das stimmt ja vielleicht.

Kritik

Nach seiner Rolle als frecher Aushilfslehrer kommt Elias M’Barek in DIESES BESCHEUERTE HERZ mal wieder etwas ernster daher. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, man hätte das alles schon einmal gesehen. So, oder zumindest ähnlich… 

Auf der einen Seite der verwöhnte, reiche Schnösel, der sich alles erlaubt, sich daneben benimmt und dem seine Mitmenschen herzliche egal sind. Auf der anderen Seite der Todgeweihte, dem nicht mehr viel Zeit bleibt, der aber noch so unfassbar viel erleben möchte. Und natürlich der übliche Dritte, der dafür sorgt, dass die beiden Erstgenannten zueinander finden und sich emotional und intellektuell gegenseitig nach vorne bringen. Schwupps ist die Handlung fertig. 

Das es ganz so einfach dann doch nicht geht, zeigt DIESES BESCHEUERTE HERZ von Marc Rothemund. Obwohl die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, bleiben die Figuren dem Zuschauer trotzdem irgendwie seltsam verborgen. Dabei hat der Film durchaus diverse schöne und zu Herzen gehende Momente, für die sich der Kinobesuch durchaus lohnt. Trotzdem wird der Film diesen Schleier der Klischees leider nie gänzlich los, weil man sich als Zuschauer mehr damit beschäftigt, in welchen Filmen man diese einzelnen Elemente bereits gesehen hat, anstatt sich auf den Film selbst einzulassen. Das ist durchaus schade, da gerade Elias M’Barek hier eine formidable Leistung hinlegt und Marc Rothemund u.a. mit HEUTE BIN ICH BLOND bereits bewiesen hat, dass er auch abseits von den üblichen Klischees tiefgründig sein kann. 

So bleibt DIESES BESCHEUERTE HERZ zwar ein relativ charmanter Film, dem etwas weniger Klischees aber bedeutend besser gestanden hätten.  

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Filmplakat

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