Die Wand

Kinostart: 11.10.2012

OT: Die Wand (Deutschland 2012)
Länge: 108 Minuten
Genre: Drama
Regie: Julian Roman Pölsler
Drehbuch: Julian Roman Pölsler, nach dem gleichnamigen Weltbestseller von Marlen Haushofer
Darsteller: Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Ulrike Beimpold, Julia Gschnitzer, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer

Eine Frau (Martina Gedeck) schreibt in einer Jagdhütte ihre Geschichte auf, um sich nicht in Einsamkeit zu verlieren: Mit einem befreundeten Ehepaar und deren Hund ist sie vor über zwei Jahren in die Berge Österreichs gefahren. Ein Wochenendausflug. Als das Ehepaar am ersten Abend von einem Besuch im Dorf nicht zurückkehrt, macht die Frau sich auf die Suche. Mitten in der Natur stößt sie gegen eine unsichtbare Wand, eine unerklärliche Grenze, die sie vom Rest der Welt trennt. Die Frau ist auf sich selbst gestellt. Irgendwie muss sie überleben und sich mit ihren Ängsten aussöhnen, die sie immer wieder zu überwältigen drohen. Abgeschnitten vom Rest der Welt wird sie vor die unausweichlichen Grundfragen des Lebens gestellt… 

Kritik

Wie verfilmt man ein Buch, in dem so gut wie kein Wort gesprochen wird, in dem nur eine Frau ihre Erinnerungen aufschreibt, um nicht verrückt zu werden? Regisseur Julian Roman Pölsler hat sich dafür gegen eine Grundregel des Filmemachens entschieden. Denn eigentlich, so beschreibt es ein ungeschriebenes Gesetz der Filmindustrie, sollte man Off-Komentare nur in Maßen einsetzen. Hier aber, lässt Pölsler seine Hauptdarstellerin Martina Gedeck beinahe den ganzen Roman zitieren. Das dabei quasi ein Hörbuch mit Bildern entsteht, schlägt dem Zuschauer besonders in der zweiten Hälfte bitter auf, wenn der Redeschwall schier unendlich erscheint und man sich nichts sehnlicher herbei wünscht, als einen Moment der Stille.

Dabei ist die schauspielerische Leistung der Martina Gedeck durchaus beeindruckend. Doch wenn man das Buch nie gelesen haben sollte, ist es am Ende umso enttäuschender, wenn nicht aufgelöst wird, worum es sich bei der unsichtbaren Wand eigentlich handelt. Ist sie reell oder ist sie lediglich eine Metapher für eine Person, die sich selbst von der Außenwelt isoliert? Fragen, auf die man eigentlich eine Antwort erwartet hätte – oder zumindest eine Andeutung. Erst Recht nach einem solch immensen Redeschwall…

Bildergalerie

Trailer

httpvh://youtu.be/blcVb1CX2fk

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