Die Top 40 Filme des Jahres 2015 – Teil 3

Michael Scharf gefällt dieser Artikel

Langsam aber sicher nähern wir uns den Spitzenplätzen dieser Bestenliste. Heute folgen die Plätze 20 bis 11 unserer – subjektiv betrachtet – besten Filme des Jahres 2015.

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Life 16Platz 20

Life
Um aus einem einzigen Foto der Zeitgeschichte einen ganzen Film zu machen, bedarf es wohl dem visionären Blick eines Fotografen. Anton Corbijn ist ein eben solcher und mit LIFE legt er bereits seine vierte Arbeit als Regisseur vor. Und die ist, wie bereits A MOST WANTED MAN, THE AMERICAN und CONTROL, eine eindrucksvolle Hommage an die Langsamkeit des Kinos. Das Foto, um das es geht, zeigt übrigens James Dean im Jahre 1955 mit hochgeschlagenem Mantelkragen und Zigarette im Mund auf dem morgendlichen Time Square in New York. Doch warum ist genau dieses Bild zu einer solchen Ikone geworden. Darüber haben wir mit Anton Corbijn im Interview gesprochen.

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Ex Machina 23Platz 19

Ex Machina
Die Frage, ob künstliche Intelligenz den Menschen irgendwann übertreffen oder gar zum Verhängnis werden könnte, wurde in der Science-Fiction schon viele Male thematisch bedient. Selten jedoch wurde die menschliche Seite dabei so sehr in den Fokus genommen, wie in EX MACHINA. Die wissenschaftlichen und technischen Hintergründe seiner Geschichte lässt Garland bewusst im Dunkeln und konzentriert sich viel mehr auf die psychologischen Spielchen der beiden Männer. Hier ein lüsterner Blick, dort eine erniedrigende Bemerkung – was auf den ersten Blick wie eine Männerfantasie aussieht mit einer „Frau“ als schwachem Geschlecht, entpuppt sich langsam aber sicher als weitaus subtileres Drama.

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Alles steht Kopf 10Platz 18

Alles steht Kopf
Wer hätte es auch anders erwartet: wieder einmal kommt Pixar mit einem kleinen Meisterwerk um die Ecke. ALLES STEHT KOPF bringt uns die Welt der Emotionen auf ganz wundersame Art und Weise näher und nach dem Film fragt man sich, warum eigentlich vorher noch niemand auf diese wunderbare Idee gekommen ist. Dabei strotzt ALLES STEHT KOPF nur so vor toller Ideen. Wie die beiden Regisseure Pete Docter und Ronnie del Carmen die kleinen Dinge, die in unserem Kopf vor sich gehen, in Bilder umwandeln, in schlichtweg grandios. Allerdings richtet sich der Film doch mehr an die junge gebliebenen Erwachsenen, die sich hier Anregungen holen können, wie sie ihrem Nachwuchs auch komplizierte Dinge nahe bringen können. Für die ganz jungen Zuschauer ist ALLES STEHT KOPF vielleicht ein wenig zu überfordernd aufgrund des leicht komplizierten Konzepts, mit der entsprechenden Nacharbeitung seitens der Eltern sollte aber auch das funktionieren

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EsIstKompliziert_Poster_A1.inddPlatz 17

Es ist kompliziert..!
Dieser Film ist anders. Erfrischend anders als all das, was das Genre der Romantic Comedies sonst so hergibt. Normalerweise ist der Mann in solchen Filmen der gut aussehende, starke und kräftige Adonis, zu dem Frau schmachtend aufsieht. In dieses Schema fällt Simon Pegg natürlich überhaupt nicht. Er ist mehr der Durchschnittstyp, der meist ein schnippisches Lächeln auf den Lippen trägt. Dadurch wirkt seine Figur hier extrem glaubwürdig. Hinzu kommt noch die wunderbare Chemie zwischen ihm und seiner Co-Darstellerin Lake Bell, die ES IST KOMPLIZIERT zu einer mehr als sehenswerten Komödie macht.

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45 Years 07Platz 16

45 Years

Regisseur Andrew Haigh, der auch das Drehbuch geschrieben hat, bietet uns hier einen Einblick in eine lange bestehende Ehe, die durch eine einzige Nachricht ins Wanken gerät. Mit Charlotte Rampling und Tom Courtenay hat Haigh für seinen Film die absolut perfekten Darsteller gefunden. Glaubhaft verkörpern die beiden ein seit 45 Jahren verheiratetes Ehepaar, wie es sonst vermutlich kaum jemand schaffen würde. Jede Regung, jede Geste unterstreicht die Tatsache, dass sich diese beiden Figuren seit so vielen Jahren kennen und vertrauen. Doch vertrauen sie sich wirklich? Eine einzige Nachricht über den Fund von Geoffs Jugendliebe, die nach 50 Jahren im Gletschereis gefunden wird, lässt in Kate eine irrationale Eifersucht aufkeimen. Eine Eifersucht, die kaum unverständlicher sein könnte, widerspricht sie doch jeglicher Form von Logik. Haigh verurteilt dies jedoch nicht, sondern verhält sich wie ein stiller und sachlicher Beobachter. Genau so sieht großes kleines Kino aus. Eine wahre Perle!

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ItFollows A1.inddPlatz 15

It Follows

Ich muss ehrlich zugeben, dass Horrorfilme bislang nicht zu meinen Lieblingen gehören. Zu oft sind diese Filme doch – für meine Begriffe – beinahe ausschließlich nur auf Schockmomente aus und erzählen dabei immer und immer wieder dieselbe Geschichte. Auf den ersten Blick scheint IF FOLLOWS genau so ein Vertreter zu sein, doch schnell lässt der Regisseur David Robert Mitchell diese Vorurteile vergessen. Sicherlich bedient sich auch IT FOLLOWS einiger typischer Genrezutaten, weiß diese aber wirkungsvoll zu variieren. Die Idee von sexuell übertragbarem Horror hat es zwar bereits gegeben, doch bislang nicht als Auslöser und Heilmittel zugleich. Zudem setzt Mitchell die immerwährende Bedrohung eindrucksvoll in Szene und lässt dem Zuschauer in mancher Szene eiskalt das Blut gefrieren. Das das fast gänzlich ohne die üblichen Schockmomente geschieht, sondern beinahe ausschließlich durch eine unbewusste Präsenz des Bösen, macht IT FOLLOWS so besonders. Ein Film für alle, die dachten, das Horrorgenre hätte nichts Neues zu bieten.

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Underdog 11Platz 14

Underdog

Mit UNDERDOG kam eine filmische Perle in die deutschen Kinos, wie man sie leider viel zu selten auf der großen Leinwand sieht. Wer mit Tieren dreht, benötigt starke Nerven. Und wenn man die Hauptrollen fast ausschließlich mit Hunden besetzt, dann erst Recht. So berichtet der Regisseur Kornel Mundruczo, dass die Dreharbeiten für ihn geradezu eine therapeutische Erfahrung waren: „Es war so, als würde man mit Mutter Natur höchstpersönlich in Kontakt treten, oder sogar mit einem Teil des Universums. Es war das große Ganze. Es war die Unendlichkeit. Es war ein Drehprozess, in dessen Verlauf wir uns an die Hunde anpassen mussten, und nicht umgekehrt.“ Dieses Gefühl überträgt sich nahezu 1:1 auch auf den Zuschauer, besonders in der letzten und entscheidenden Szene, die mit zu den besten und schönsten zählt, die das Kino zu bieten hat. In dieser einzigen Szene erhebt sich die Magie des Films und wirkt vollends auf den Zuschauer ein. Doch auch der Weg dorthin ist bereits voller Magie. Einen Film fast ausschließlich aus der Sichtweise von Hunden zu drehen und dabei selbst Hundehasser überzeugen zu können, kann man durchaus als Meisterwerk bezeichnen.

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Mr Holmes Plakat A1_3mm 01 RZ.inddPlatz 13

Mr. Holmes

Wenn jemand einen alternden Sherlock Holmes spielen kann, dann ist es Sir Ian McKellan. In MR. HOLMES zeigt der Brite, wie man auch im hohen Alter noch eine beeindruckende Leistung nach der anderen hervor bringt. Auch Legenden altern, das machen Regisseur Bill Condon und Ian McKellen mehr als deutlich. Der Ansatz, so etwas auch einmal auf der Leinwand zu zeigen, ist bereits eine reife Leistung. Aber wie sehr die beiden in die Darstellung ausgearbeitet haben, ist das eigentliche Meisterwerk. MR. HOLMES ist ein Film für alle die, die diese berühmte Figur auch einmal aus einer anderen Perspektive sehen möchten. Für alle Fans ist der Film natürlich sowieso ein Muss. Enttäuscht werden dürfte hier aber niemand. Dafür ist der Film schlicht und ergreifend zu wunderbar.

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The Diary of a Teenage Girl 14Platz 12

The Diary of a Teenage Girl

Es ist eine Schande, dass dieser wunderbare Film nur in ganz wenigen Kinos in Deutschland gestartet ist. In Hamburg war er sogar gar nicht zu sehen. Das lag natürlich nicht an der Qualität, sondern an der schieren Masse an Filmen, die sich zum Jahresende in die Kinos quetschen. Dabei hätte dieser Film jedwede Aufmerksamkeit verdient, denn es erwartet uns ein wunderbarer Coming-of-Age-Film mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin: Bel Powley.

Wenn man wollte, könnte man dem Film vorwerfen, er würde den Sex mit Minderjährigen beschönen. Doch wer das behauptet, der hat während der 102 Minuten schlichtweg nicht aufgepasst. Denn hier geht es um ein junges Mädchen, dass die Sexualität zu entdecken beginnt. Dass sie sich dazu ausgerechnet den Freund ihrer Mutter auswählt, mag erst einmal seltsam und abstoßend klingen. So wirklich weit liegen die beiden altersmäßig dann aber doch nicht auseinander. Der wichtigste Punkt ist aber, dass Minnie zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle behält. Es gibt keine Männer, die sie ausnutzen, nein, sie nimmt sich selbstbewusst das, was sie haben möchte. Das wird besonders in einer Szene deutlich, in der Monroe (Skarsgård) klar wird, dass er hier alles andere als die Kontrolle hat.

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Ich und Earl und das Maedchen 09Platz 11

Ich und Earl und das Mädchen

Noch eine Teenie-Komödie? Mitnichten! Denn ICH UND EARL UND DAS MÄDCHEN hebt sich wohlwollend von all den flachen Komödien ab. Das deutet schon der Originaltitel an: ME AND EARL AND THE DYING GIRL. Im deutschen Titel hat man das „sterbende Mädchen“ einfach auf ein einfaches „Mädchen“ reduziert. Warum, das wird wohl ewig ein Geheimnis des Verleihers bleiben. Dabei hat der Film diese Trickserei gar nicht nötig, er ist wunderschön von der ersten bis zur letzten Minute. Die Geschichte ist herzerweichend erzählt, folgt aber – zum Glück – nicht dem typischen Schema des Genres. So bleibt der Film bis zum Schluss erfrischend anders. Nicht umsonst wurde er beim Sundace Film Festival ganz groß gefeiert. Wer also einmal eine Coming-of-Age-Story der besonderen Art sehen möchte, dem sei ICH UND EARL UND DAS MÄDCHEN sehr ans Herz gelegt.

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