Die Blumen von gestern

Kinostart: 12.01.2017

OT: Die Blumen von gestern (Deutschland / Österreich 2016)
Länge: 126 Minuten
Genre: Drama
Regie: Chris Kraus
Drehbuch: Chris Kraus
Darsteller: Lars Eidinger, Adéle Haenel, Jan Josef Liefers, Hannah Herzsprung, Sigrid Marquard, Bibiana Zeller, Rolf Hoppe, Eva Löbau, Cornelius Schwalm, Irene Rindje, Hans-Jochen Wagner, Djenabu Jalloh, Gerdy Zint
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Totila Blumen (Lars Eidinger) ist Holocaust-Forscher. Als solcher versteht er keinen Spaß. Weder im allgemeinen noch im besonderen, wenn seine Kollegen versuchen, aus einem Auschwitz-Kongress ein werbefinanziertes Medien-Event zu machen und somit das Erbe des gerade erst verstorbenen und von Totila hoch verehrten Professors Norkus mit Füßen treten. Als man Totila dann auch noch die sehr junge und sehr nervige französische Studentin Zazie (Adèle Haenel) als Praktikantin vor die Nase setzt, die ihm folgt wie ein Hündchen und mit seinem direkten Vorgesetzten (Jan Josef Liefers) ein Verhältnis hat, ist der stets ernst und überlegt dreinblickende Mann am Ende.

Doch Jammern hilft nicht – erst recht nicht bei seiner gestressten Frau (Hannah Herzsprung), die ihn auffordert, weniger zu hadern und sich mit dem zu arrangieren, was das Leben gerade anbietet. Und so macht Totila weiter seine Arbeit, unterstützt von der überdrehten, exzentrischen Zazie. Die jedoch scheint ihre ganz eigene Agenda zu haben – eine Agenda, die eng mit Totilas Herkunft und seinem wohlgehüteten Familiengeheimnis verknüpft ist.

Kritik

Wie sehr habe ich mich doch auf diesen Film gefreut. Doch leider konnte mich DIE BLUMEN VON GESTERN überhaupt nicht überzeugen. 

Während des Filmfests Hamburg durfte ich Lars Eidinger zum Interview treffen und mit ihm über seinen neuen Film PERSONAL SHOPPER sprechen, der hier in Deutschland am 19.01.2017 anläuft. Während des Gesprächs kamen wir auch auf diesen Film hier zu sprechen und was Lars Eidinger davon erzählte, klang ganz wunderbar und machte mich verdammt neugierig auf den Film. 

Einen Holocaust-Film in die heutige Zeit zu setzen und aus der Sicht zweier Holocaust-Forscher zu erzählen ist zunächst einmal eine ziemlich clevere Idee. Umso erschreckender ist, was Regisseur und Drehbuchautor Chris Kraus daraus gemacht hat. Die Dialoge wirken extrem gestelzt und stellenweise sogar unfassbar unglaubwürdig. Hinzu kommt ein Jan Josef Liefers, der gleich zu Beginn verprügelt wird und dann nicht mehr vernünftig sprechen kann. Das ist im ersten Moment vielleicht lustig, geht aber leider ziemlich schnell auf die Nerven. 

Mir ist nicht wirklich klar, was Klein mit seinem Film bewirken möchte. Vielleicht gibt es Gründe für die Art und Weise, wie er die Geschichte geschrieben und inszeniert hat, mir erschließen sie sich leider überhaupt nicht. Und so bleibt DIE BLUMEN VON GESTERN nur ein Versuch, diesem sonst so wichtigen Genre etwas Neues einzuhauchen. Schade, ich wollte diesen Film wirklich mögen. 

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Filmplakat

Neustarts am 12.01.2017

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