Die 5. Welle

Kinostart: 14.01.2016

OT: The 5th Wave (USA 2015)
Länge: 117 Minuten
Genre: Science-Fiction / Drama
Regie: J Blakeson
Drehbuch: Susannah Grant, Akiva Goldsman
Darsteller: Chloë Grace Moretz, Nick Robinson, Ron Livingston, Maggie Siff, Alex Roe, Maria Bello, Maika Monroe, Liev Schreiber

Vier zunehmend todbringende Angriffswellen haben den Großteil der Erde zerstört. Vor einer Kulisse aus Angst und Misstrauen ist Cassie (Chloë Grace Moretz) auf der Flucht und versucht verzweifelt, ihren kleinen Bruder zu retten. Während sie sich auf die unvermeidliche und absolut tödliche fünfte Welle vorbereitet, verbündet sie sich mit einem jungen Mann, der ihre letzte Hoffnung sein könnte – falls sie ihm trauen kann. 

Kritik

Hui – Aliens, die Auslöschung der Menschheit und der Kampf ums Überleben, allem voran Chloë Grace „Hit-Girl“ Moretz: Was kann da schon schief gehen, right? Nun, anscheinend eine ganze Menge.

So erfrischend die Idee der biblischen Plagen, heruntergebrochen auf Generation ADHS-taugliche fünf Stück, im Plan einer parasitären Alien-Invasion auch sein mag, so löst sie sich bei DIE 5. WELLE schon recht schnell zwischen „Kenn ich schon“ und „unlogisch“ auf. Und wenn ich als Sci-Fi-Dystopie-Fan „unlogisch“ bemühe, dann will das schon was heißen. Generell wirkt J Blakesons DIE 5. WELLE eher wie ein großes Patchwork der Postapokalypse. Nimmt man sich der Materie an, muss man sich zwangsläufig mit Streifen wie INDEPENDENCE DAY, KRIEG DER WELTEN, SIE LEBEN und stimmungstechnisch auch mit THE WALKING DEAD messen lassen, wodurch man bei diesem Streifen relativ schnell ernüchtert feststellt, dass dem Thema nichts lohnenswertes hinzugefügt wurde. Auch reichen ein paar wild hingestellte Autos plus davor verteiltem Müll nicht, um den Kollaps der menschlichen Zivilisation zu verbildlichen.

Doch ein anderes Thema stieß mir bei DIE 5. WELLE ganz besonders sauer auf. Zum Verständnis: Wir schauen Cassie (Chloë Grace Mortez) dabei zu, wie sie versucht ihren Bruder wiederzufinden, der ihr, genau wie der Rest ihrer Familie, im großen Alien-Kuddelmuddel abhanden gekommen ist. Ratzfatz ist die Army zur Stelle (‚MURICA!!) und die übriggebliebenen Kinder sind die einzige Hoffnung für die sterbende Welt. Natürlich als Soldaten. Kindersoldaten. Supergeil!

Mal ganz davon abgesehen, dass alles HUNGER-GAMES-mäßige gerade der totale Übershit ist, kippt das Thema, trotz semi-vorhersehbarem Plot-Twist zum Schluss, sehr schnell in das Gefühl, in einem Recruitment-Film für die US Army zu sitzen, wo Minderjährige mit Knarren auszustatten irgendwie cool ist. Komisch, das hab ich bei den TRIBUTEN VON PANEM nie gedacht. Und da hatte ich auch nicht so einen komischen Nachgeschmack im Mund. Warum eigentlich nicht? Vielleicht könnt Ihr hier unten in den Kommentaren mal Licht in mein Dunkel bringen.

Letztendlich bleibt vielleicht nur zu sagen, dass DIE 5. WELLE ein schmerzloser Einstieg in die Welt der Dystopien sein könnte, vor allem für eine Generation, die obig erwähnte Filme noch nicht kennt. Und wenn es dazu führt, dass sich diese Generation auch mal Coldplays erstes Album „Parachutes“ anhört, weil Cassie ihrem Bruder so schön „Don’t Panic“ vorsingt, dann ist ja auch schon was gewonnen.

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Filmplakat

Neustarts am 14.01.2016

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