Der Verdingbub

Kinostart: 25.10.2012

OT: Der Verdingbub (Schweiz 2011)
Länge: 103 Minuten
Genre: Drama
Regie: Markus Imboden
Drehbuch: Plinio Bachmann
Darsteller: Max Hubacher, Katja Riemann, Stefan Kurt, Max Simonischek, Miriam Stein, Lisa Brand, Andreas Matti, Christoph Gaugler, Ursina Lardi, Ernst C. Sigrist, Peter Wyssbrod, Hanspeter Müller, Martin Hug, Rebekka Burckhardt

Die Schweiz um 1950. Der zwölfjährige Waisenjunge Max (Max Hubacher) träumt von einer „richtigen“ Familie. Als ihn der Pfarrer (Andreas Matti) auf den Bauernhof der Bösigers verdingt, hofft Max auf Liebe und Zuneigung. Doch der trunksüchtige Bauer (Stefan Kurt) und seine Frau (Katja Riemann) halten ihn wie ein Arbeitstier. Auch der Sohn Jakob (Max Simonischek) setzt dem Verdingbub körperlich und seelisch zu. 

In der Schule bemerkt die Lehrerin (Miriam Stein) die Spuren der Misshandlungen. Sie verhilft Max zu Selbstachtung, indem sie seine Leidenschaft für das Spielen der Handorgel fördert. Ein Auftritt beim örtlichen Schwingfest sorgt aber für Missgunst und macht das Leben auf dem Bauernhof noch schwerer.

Neben der Musik gibt die 15-jährige Berteli (Lisa Brand) Max Kraft, die ebenfalls an die Bösigers verdingt wurde. Mit ihr träumt er sich in eine Fantasiewelt nach Argentinien, wo man Tango tanzt und immer Fleisch isst. Doch die Realität schlägt schon bald wieder brutal zu.

Kritik

Ein dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte offenbart Regisseur Markus Imboden in seinem Film DER VERDINGBUB. Mit voller Wucht schmeißt er dem Kinozuschauer das Schicksal dieser noch so jungen Kinder entgegen, vermeidet es aber, die Bauern als das absolut Böse darzustellen. Vielmehr versucht er – wenn auch nur minimal – die Hintergründe zu offenbaren und zu zeigen, dass es vielleicht das harte Leben selbst gewesen ist, dass die Bauern zu ihren unverständlichen Taten verleitet haben könnte. Dabei geht er jedoch niemals so weit, dies als eine Form von Entschuldigung deuten – vielmehr versucht er schlicht und ergreifend, die Gesamtsituation verstehen zu können. Das gelingt dann aber doch nicht im vollen Maße, so dass der Zuschauer nicht immer eine emotionale Bindung zu den Protagonisten aufbauen kann. Sehenswert ist der Film aber in jedem Fall.

Bildergalerie

Trailer

httpvh://youtu.be/rHAOtdO_ItA

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