Der Mann aus dem Eis

Kinostart: 30.11.2017

OT: Der Mann aus dem Eis / Iceman (Deutschland / Italien / Österreich 2017)
Länge: 96 Minuten
Genre: Drama
Regie: Felix Randau
Drehbuch: Felix Randau
Darsteller: Jürgen Vogel, André M. Hennicke, Susanne Wuest, Violetta Schurawlow, Sabin Tambrea, Martin Augustin Schneider, Axel Stein, Anna F., Franco Nero
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Vor 5.300 Jahren in der Jungsteinzeit. Eine Großfamilie lebt friedlich an einem Bach in den Ötztaler Alpen. Ihrem Anführer Kelab (Jürgen Vogel) obliegt es, den heiligen Schrein zu verwahren. Während Kelab auf der Jagd ist, wird seine Siedlung überfallen und die gesamte Sippe ermordet, darunter auch Kelabs Frau und sein Sohn. Auch das Heiligtum der Gemeinschaft wird geraubt. Getrieben von Schmerz und Wut hat Kelab nur noch ein Ziel – Vergeltung! 

Kelab folgt den Spuren der Täter. Auf seiner Odyssee durch das Gebirge ist er den Gefahren der Natur ausgesetzt. Ein tragischer Irrtum macht ihn selbst zum Gejagten. Schließlich steht Kelab nicht nur den Mördern seiner Familie, sondern auch sich selbst gegenüber. Wird er seinem Drang nach Rache nachgeben und selbst vom Opfer zum Täter? Oder gelingt es ihm, den ewigen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen?

Kritik

Es ist ja durchaus gewagt, lediglich auf dem Fund von Ötzi basierend einen historischen Film zu drehen, aber DER MANN AUS DEM EIS versucht es zumindest…

Eigentlich könnte man vieles an dem Film gut finden. Die Landschafts- und Naturaufnahmen zum Beispiel. Doch irgendwie will auch das hier nicht so richtig stimmen. So sieht man bereits im Trailer (ab Minute 1:28) deutliche Spuren von Flugzeugen am Himmel, die es ja vermutlich zu der Zeit noch nicht gegeben hat. 

Das Hauptproblem von DER MANN AUS DEM EIS ist jedoch, dass er sich einer uns fremden Sprache bedient, dem Räto-Romanischen. Damit wollten die Macher dem Publikum sicherlich eine Art von Authentizität vermitteln, aber dass man dann auf Untertitel verzichtet, weil sich sowieso alles aus den Bildern ergibt, lässt mich als Zuschauer nur verwundert zurück. 

Auch die Geschichte ist recht dünn. Im Prinzip wandern die Protagonisten 96 Minuten durch karge und oftmals schneebedeckte Landschaften. Wieso, weshalb und warum lässt sich meist nur erahnen. Mir persönlich ist das leider einfach zu wenig. 

Aber es gibt dann durchaus auch etwas Positives: Jürgen Vogel – denn der ist in der Rolle des Ötzi überhaupt nicht wieder zu erkennen. Es ist wirklich äußerst angenehm, Vogel auch mal in einer gänzlich anderen Rolle zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass er in Zukunft noch häufiger zeigen, wie viel mehr doch in ihm steckt…

Bildergalerie

Trailer

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Filmplakat

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