Der junge Karl Marx

Kinostart: 02.03.2017

OT: Der junge Karl Marx (Deutschland / Frankreich / Belgien 2016)
Länge: 118 Minuten
Genre: Drama
Regie: Raoul Peck
Drehbuch: Pascal Bonitzer, Raoul Peck
Darsteller: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps, Olivier Gourmet, Michael Brandner, Alexander Scheer, Hans-Uwe Bauer, Peter Benedict, Hannah Steele, Niels Bruno Schmidt, Marie Meinzenbach, Rolf Kanies
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Paris, 1844, am Vorabend der industriellen Revolution: der 26-jährige Karl Marx (August Diehl) lebt mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil. Als Marx dort dem jungen Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt wird, hat der notorisch bankrotte Familienvater für den gestriegelten Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers nur Verachtung übrig. Doch der Dandy Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben, er liebt Mary Burns, eine Baumwollspinnerin und Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Engels weiß, wovon er spricht. Er ist das letzte Puzzlestück, das Marx zu einer rückhaltlosen Beschreibung der Krise noch fehlt. Marx und Engels haben denselben Humor und ein gemeinsames Ziel, sie können sich hervorragend miteinander betrinken, und sie respektieren und inspirieren sich als Kampfgefährten. Zusammen mit Jenny Marx erarbeiten sie Schriften, die die Revolution entzünden sollen.

Die sozialen und politischen Krisen brodeln, doch die Intellektuellen in Deutschland und Frankreich reagieren nur mit ausflüchtender Rhetorik. Marx und Engels wollen nicht mehr nur Theorie, sondern Wirklichkeit, sie wollen den Massen ein neues Weltbild geben. Doch dafür müssen sie die Arbeiterbewegung hinter sich bringen – nicht so leicht, denn mit ihrer jugendlichen An- maßung stoßen Marx und Engels so manchen gestandenen Re- volutionär vor den Kopf. Trotz Zensur, Polizeirazzien und internen Machtkämpfen lassen sie nicht nach in ihren Versuchen, eine neue Vision von menschlicher Gemeinschaft zu formulieren.

Kritik

In einem üppig ausgestatteten Film versucht uns Regisseur Raoul Peck einen Menschen näherzubringen, von dem wir eigentlich außer seinen Thesen recht wenig wissen: DER JUNGE KARL MARX.

Doch wie dreht man ein Biopic über einen Menschen, der eigentlich nur durch seine Gedanken und Veröffentlichungen bekannt wurde? Entweder wählt man dafür eine radikalen Ansatz – oder scheitert so wie dieser Film. Irgendwie scheint Peck immer auf der Suche nach einem biographischen Highlight im Leben des Denkers zu sein – das offenbar nicht wirklich existiert. Dadurch wirkt der zweistündige Film extrem fahrig und langatmig. Immerhin bietet die Geschichte Friedrich Engels ein paar Ecken und Kanten, was den Film aber leider auch nicht wirklich retten kann. 

Vielleicht wäre die Geschichte auf 90 Minuten gestrafft ein interessanter Einblick in das Leben des Karl Marx geworden. So bleibt leider nur ein Film, der zwar optisch zu überzeugen weiß, inhaltlich jedoch eine Nullnummer ist. 

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Filmplakat

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