Axolotl Overkill

Kinostart: 29.06.2017

OT: Axolotl Overkill (Deutschland 2016)
Länge: 94 Minuten
Genre: Drama
Regie: Helene Hegemann
Drehbuch: Helene Hegemann
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Arly Jover, Mavie Hörbiger, Laura Tonke, Julius Feldmeier
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Mifti (Jasna Fritzi Bauer) ist 16, sieht aus wie 12, verhält sich wie Mitte 30 und lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihren Halbgeschwistern in einer Berliner WG. Ihr Vater hält Terrorismus für einen zeitgemäßen Karrierezweig und interessiert sich eher für Kunst als für Menschen Zur Schule gehen macht in diesem Setting weniger Sinn als sein Leben zwischen Partys, Drogen, Affären und Küchentischpolemiken zu verbringen. Sie ist wild, traurig, vernünftig und verliebt. Die Erwachsenen, auf die sie trifft, sind dagegen nur eines: verzweifelt. Entweder, weil bald die Welt untergeht, oder weil sie nicht wissen, was sie anziehen sollen. Also muss Mifti selbst erwachsen werden, auf die eine oder andere Weise.

Kritik

Ach, wie sehr hatte ich mich doch auf AXOLOTL OVERKILL gefreut. Nach den überschwänglichen Kritiken vom Sundance Film Festival waren meine Erwartungen extrem hoch. Vielleicht zu hoch?

Zuerst einmal: Ich bin durchaus ein Fan von Jasna Fritzi Bauer, denn ich mag ihre erfrischend unverstellte Art, mit der sie ihre Rollen ausfüllt. So hat ein Film mit ihr bei mir schon mal automatisch einen Stein im Brett. Aber wenn ich in der Inhaltsangabe bereit lese, dass ihre Figur 16 sei und wie 12 aussieht, dann kann man das nur verneinen. Es ist schade, dass die deutsche Filmbranche dieser übermässig talentierten Darstellerin immer nur Jugendrollen zuspricht. Glaubt Ihr etwa, dass wir als Zuschauer ihr die Rolle einer 28-jährigen nicht abnehmen würden? Ernsthaft?

Aber zurück zu AXOLOTL OVERKILL und warum mir dieser Film leider überhaupt nicht gefallen hat. Ich verstehe, was die Autorin und Regisseurin Helene Hegemann mir mit der Geschichte sagen möchte. Es geht um eine Jugendliche, die irgendwo zwischen Jugend und Erwachsensein gefangen ist. Genauso wie ein Axolotl, der die Geschlechtsreife erreicht, ohne die äußere Larvengestalt zu verlassen und eine bei Amphibien sonst übliche Metamorphose zu durchlaufen. Das ist eine äußerst clevere Metapher, vor der ich durchaus meinen Hut ziehe. 

Ich verstehe nur nicht, warum ich dazu 94 Minuten lang Figuren folgen muss, bei der keine einzige auch nur ansatzweise sympathisch ist. Im Gegenteil, den meisten möchte man am liebsten einmal gehörig die Meinung geigen. 

AXOLOTL OVERKILL ist keineswegs ein schlechter Film. Auf gar keinen Fall. Es ist mir eben nur persönlich nicht gelungen, einen Zugang zu finden. Vermutlich wird bei vielen Zuschauern genau das Gegenteil der Fall sein, daher sollte man meine Wertung bitte mit äußerster Vorsicht genießen. Und wer weiß, vielleicht sehe ich irgendwann in vielen Jahren einmal diesen Film wieder und muss mich fragen, warum er mir damals so überhaupt nicht gefallen wollte… 

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Filmplakat

Neustarts am 29.06.2017

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